Die Berliner Polizei hat nach dem tödlichen Angriff am Rande des Christopher Street Days einen Verdächtigen identifiziert. Der Vorfall am Samstagabend hat die Stadt in Trauer und Schock versetzt. Eine Frau starb, mindestens 16 Menschen wurden verletzt. Die Ermittler stehen nun vor der schwierigen Aufgabe, die Hintergründe dieser Gewalttat aufzuklären.
«Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet,» sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Einzelheiten zu seiner Identität oder seinem genauen Tatbeitrag wurden zunächst nicht genannt. Der Vorfall ereignete sich gegen 22 Uhr im Tiergarten, nur wenige hundert Meter vom Potsdamer Platz entfernt. Ein Fahrzeug fuhr in die Menschenmenge. Nach Zeugenaussagen sollen auch Stichverletzungen vorgekommen sein. Die Polizei prüft unterschiedliche Aussagen dazu, ob es ein oder mehrere Täter gab.
Fahndung läuft – Verdächtiger auf der Flucht
Die Suche nach dem Verdächtigen ist bereits in vollem Gange. Laut Medienberichten versuchten Spezialkräfte der Polizei bereits in den frühen Morgenstunden des Sonntags gegen 1:10 Uhr, den Mann in seiner Wohnung festzunehmen. Dort war er jedoch nicht anzutreffen. Der Verdächtige soll erst im Mai aus dem Jugendarrest entlassen worden sein. Die Polizei kündigte für den weiteren Verlauf des Tages eine öffentliche Fahndung nach dem Flüchtigen an.
Gleichzeitig betonten die Ermittler, dass viele Fragen noch offen sind. «Wir haben weiterhin noch keinerlei Hinweise auf seine konkreten Motivationshintergründe oder auch den genauen Ablauf oder seinen Tatbeitrag als solchen,» sagte der Polizeisprecher. Es werde auch geprüft, ob der Verdächtige das beteiligte Fahrzeug nur gemietet habe oder selbst gefahren sei.
Schwere Verletzungen und traumatisierte Augenzeugen
Das Ausmaß der Verletzungen ist groß. Nach Angaben der Feuerwehr wurden 16 Menschen verletzt. Von diesen sind drei lebensbedrohlich und acht schwer verletzt. Fünf weitere Personen erlitten leichte Verletzungen. Alle lebensbedrohlich und schwer Verletzten wurden in verschiedene Berliner Krankenhäuser gebracht.
Die psychologischen Folgen des Angriffs sind ebenfalls massiv. Die Feuerwehr betreut am Ort des Geschehens etwa 30 Menschen, die unter dem Eindruck der Gewalttat stehen. Vor Ort wurde eine psychologische Notfallversorgung eingerichtet. Insgesamt sind rund 150 Helfer von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei im Einsatz, um die Versorgung der Verletzten und die Sicherung der Unfallstelle zu gewährleisten. Für Angehörige der Betroffenen hat die Polizei eine spezielle Auskunftsstelle eingerichtet. Sie ist unter der Telefonnummer 030/84854460 erreichbar.
Angriff auf ein weltoffenes Fest
Der Vorfall traf die Stadt mitten in einer Feier der Vielfalt und Toleranz. Hunderttausende Menschen hatten am Samstag unter dem Motto «Haltung ist hot» am Berliner Christopher Street Day teilgenommen. Die Demonstration und das Straßenfest für die Rechte von Schwulen, Lesben, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen verliefen bis zu diesem Zeitpunkt friedlich und störungsfrei.
Die politischen Reaktionen auf den Angriff waren einhellig entsetzt. Bundeskanzler Friedrich Merz verurteilte eine «abscheuliche Tat». Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner sprach von einem «Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft». Der CSD wurde unmittelbar nach dem Vorfall abgebrochen.
Die Berliner Polizei ermittelt nun mit Hochdruck. Der identifizierte Verdächtige bleibt flüchtig. Für die Hinterbliebenen des Opfers und die vielen Verletzten beginnt eine Zeit des Leids und der Ungewissheit. Die Stadtgemeinschaft steht unter Schock und muss nun verarbeiten, wie ein Fest der Freude und Selbstbestimmung so brutal gestört werden konnte.
- Die Berliner Polizei hat einen Verdächtigen identifiziert
- Eine Frau ist gestorben, mindestens 16 Menschen wurden verletzt
- Der Verdächtige ist polizeibekannt und wird einer Szene zugerechnet
- Die Polizei sucht aktiv nach dem Verdächtigen
- Das Ausmaß der Verletzungen ist erheblich
- Psychologische Hilfe wird für Betroffene bereitgestellt
| Verletzungsgrad | Anzahl der Personen |
|---|---|
| lebensbedrohlich | 3 |
| schwer verletzt | 8 |
| leicht verletzt | 5 |