In der Mercedes-Benz Arena fliegen die Bälle, die Köpfe rauchen in der Geschäftsstelle. Während der VfB Stuttgart sich auf die sportlichen Aufgaben der Rückrunde konzentrieren will, drängt ein Thema aus dem Transfermarkt in den Vordergrund: die Zukunft von Stürmer Ermedin Demirovic. Wie der TV-Sender Sky berichtet, hat der türkische Rekordmeister Galatasaray Istanbul ein offizielles Kaufangebot für den 28-jährigen Nationalspieler abgegeben. Die Summe soll etwas über der Marke von 15 Millionen Euro liegen. Für die Schwaben, die den Angreifer erst im Sommer 2024 für eine kolportierte Ablöse von rund 23 Millionen Euro vom FC Augsburg holten, ist dieser Betrag nach Sky-Informationen allerdings zu niedrig.
Die Situation zeigt, wie schnell sich die Lage für einen Verein ändern kann, der in der vergangenen Saison deutscher Vizemeister wurde und sich aktuell im Kampf um die Champions-League-Plätze befindet. Ein Spieler wie Demirovic, mit 32 Toren in 87 Pflichtspielen für den VfB eine zentrale Stütze, wird zum begehrten Objekt auf dem internationalen Transfermarkt. Galatasaray, selbst Champions-League-Teilnehmer, sucht offenbar gezielt nach Verstärkungen für die Offensive und hat den Rechtsfuß zum Wunschspieler auserkoren.
Aus Sicht der Stuttgarter Verantwortlichen ist das Timing heikel. Die Rückrunde hat gerade begonnen, die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß kämpft auf zwei Fronten – in der Bundesliga und im DFB-Pokal, wo man das Finale erreicht hat. Ein Verkauf eines Leistungsträgers in der laufenden Saison würde ein klares sportliches Risiko darstellen. Hoeneß selbst hatte erst vor wenigen Wochen klargestellt, wie er zu Demirovic steht: «Mein Ziel ist es immer, die besten Spieler beim VfB zu haben und Medo ist einer unserer besten Spieler», sagte der Erfolgstrainer und widersprach damit Gerüchten, der Stürmer könnte als Verkaufskandidat gelten.
Dennoch, so berichtet Sky weiter, sei der Spieler grundsätzlich nicht für unverkäuflich erklärt worden. Diese Positionierung ist realistisch, aber auch typisch für die moderne Fußballgeschäftsführung. Jeder Spieler hat seinen Preis, und jedes Angebot wird geprüft – besonders wenn es, wie in diesem Fall, von einem finanzstarken ausländischen Klub kommt, der angeblich auch bereit wäre, Demirovic ein höheres Gehalt zu zahlen, als er es aktuell in Stuttgart bekommt.
Die persönliche Einstellung des Spielers scheint auf den ersten Blick eindeutig. Anfang August, als erste Wechselgerüchte aufkamen, bekannte sich Demirovic klar zum VfB gegenüber der Bild-Zeitung: «Ein Abgang war für mich kein Thema. Ich habe die Gerüchte im Urlaub mitbekommen, aber ich habe immer gesagt, dass ich beim VfB bleiben will. Ich harmoniere sehr gut mit dem Trainer. Da hat sich in meinem Kopf nichts verändert.» Sein Vertrag am Neckar läuft noch bis zum Jahr 2028, was dem VfB eine starke Verhandlungsposition gibt.
Allerdings hat sich die interne Konkurrenzsituation seit diesen Aussagen noch einmal verschärft. Mit der Verpflichtung des jungen Sturm-Talents Dzenan Pejcinovic hat der VfB eine weitere Option für die Spitze geschaffen. Solche Entwicklungen können die Perspektive eines Spielers verändern, auch wenn die Aussagen des Trainers und die Vertragslage zunächst Stabilität signalisieren.
- Emotionale Achterbahnfahrt für VfB-Fans
- Verkauf eines Topspielers midseason
- Wirtschaftliche Realitäten des Vereins
- Interesse von Galatasaray
- Hoeneß‘ klare Unterstützung für Demirovic
- Vertrag bis 2028 sichert Verhandlungsstärke
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Spieler | Ermedin Demirovic |
| Alter | 28 Jahre |
| Aktueller Verein | VfB Stuttgart |
| Vertrag bis | 2028 |
| Potenzielle Ablösen | 15 Millionen Euro, 23 Millionen Euro |
| Übertragungskandidat | Galatasaray Istanbul |
Die nächsten Tage werden zeigen, wie ernst das Interesse Galatasarays ist und ob das Angebot nachgebessert wird. Sollte die Summe deutlich steigen, wird die Entscheidung für die Stuttgarter Geschäftsführung um Alexander Wehrle und Fabian Wohlgemuth noch schwerer. Sie müssen abwägen zwischen der unmittelbaren sportlichen Stärke der Mannschaft, den langfristigen finanziellen Interessen des Vereins und nicht zuletzt dem Willen des Spielers selbst.
Eines ist sicher: Das Thema wird die Gerüchteküche in Bad Cannstatt und weit darüber hinaus weiter befeuern, bis eine klare Entscheidung – ob bleib oder geh – kommuniziert wird. Für Ermedin Demirovic bedeutet das eine Phase der Ungewissheit. Für den VfB Stuttgart ist es eine erste Bewährungsprobe in diesem Transferfenster, die zeigt, welchen Stellenwert man dem kurzfristigen sportlichen Erfolg im Vergleich zu langfristigen wirtschaftlichen Überlegungen beimisst. Die Antwort darauf erwarten die Fans mit Spannung.