Stellen Sie sich vor, Sie sitzen auf der sonnengewärmten Apollowiese, der leichte Duft von Fluss und reifen Trauben in der Luft, während das sanfte Plätschern des Rheins den Klängen eines lokalen DJs zuflüstert. Dieses Bild wird an diesem Wochenende Wirklichkeit für tausende Düsseldorferinnen und Düsseldorfer sowie ihre Gäste. Von Freitag, dem 28. bis Sonntag, dem 30. August, kehrt das beliebte Festival „Wein am Rhein“ zurück an sein angestammtes Domizil am Mannesmannufer. Bei freiem Eintritt verwandelt sich die grüne Oase zwischen dem kultigen Apollo-Varieté und dem lebendigen Stadtstrand am KIT in einen pulsierenden Treffpunkt für Weinkenner, Genießer und alle, die einfach einen schönen Sommerabend in der Stadt verbringen möchten.
Was als gemütliche Weinprobe begann, hat sich über die Jahre zu einem der festen Höhepunkte im Düsseldorfer Veranstaltungskalender entwickelt. Mit rund 15.000 Besuchern im vergangenen Jahr zeigt das Festival nicht nur die anhaltende Beliebtheit der Weinkultur, sondern auch das starke Bedürfnis der Stadtgesellschaft nach hochwertigen, zugänglichen Freizeitangeboten im öffentlichen Raum. Die Apollowiese, ein zentraler Ort der Erholung und Begegnung direkt am Rhein, bietet dafür den perfekten Rahmen. Sie ist mehr als nur eine Veranstaltungsfläche; sie ist ein Stück städtisches Wohnzimmer, das an diesem Wochenende mit Leben und Gemeinschaftssinn gefüllt wird.
Von Kaiserstuhl bis Südafrika: Eine Weltreise im Glas
Das Herzstück des Festivals schlägt natürlich in den zahlreichen Gläsern, die über die Theken gereicht werden. Die Ausstellerliste liest sich wie eine kulinarische Weltkarte. Aus der näheren Umgebung präsentiert etwa das Weingut Salwey vom badischen Kaiserstuhl Spitzenlagenweine von steilen, sonnenverwöhnten Hängen. „Für uns ist dieses Festival wichtig, um direkt mit den Menschen aus Düsseldorf und der Region ins Gespräch zu kommen“, erklärt ein Vertreter des Weinguts. „Hier spürt man die pure Freude am Wein, ohne unnötigen Elitarismus.“
Diese regionale Verankerung wird ergänzt durch internationale Highlights. Der Düsseldorfer Weinhändler Taste by Lynx bringt mit dem Lynx Wine Estate sogar ein eigenes Stück Südafrika an den Rhein. Sein Cabernet Sauvignon, der nach schwarzer Johannisbeere und Zedernholz duftet, steht exemplarisch für die globale Ausrichtung des Festivals. Doch auch jenseits der klassischen Anbaugebiete gibt es Entdeckungen: Das Unternehmen Weinprinzip bietet Raritäten aus dem Libanon an und erweitert so den kulinarischen Horizont der Besucher.
Besonders bemerkenswert ist der wachsende Bereich für alternative Weine. Immer mehr Anbieter führen alkoholfreie, vegane oder histaminarme Weine in ihrem Sortiment. Dieser Trend spiegelt eine gesellschaftliche Entwicklung wider, die auch in Düsseldorf deutlich spürbar ist:
- Wachsender Bedarf an Alternativen
- Inklusive Genussmöglichkeiten
- Ernährungsbewusstsein
- Gesundheitsbedürfnisse
- Erweiterung des Angebots
- Mehr Auswahl für alle
Ein Besucher, der aufgrund einer Unverträglichkeit oft zurückstecken muss, freut sich: „Endlich gibt es auch für mich eine große Auswahl. Das fühlt sich sehr wertschätzend an.“
Mehr als nur Wein: Streetfood, Musik und städtisches Lebensgefühl
Ein gutes Glas Wein verlangt nach einer passenden kulinarischen Begleitung, und hier legt das Festival einen starken Fokus auf Vielfalt und Qualität. Das Streetfood-Angebot ist bewusst lokal und regional aufgestellt. Von „RheinCurry“ mit seinen saftigen Burgern, auch in veganer Variante, bis zu „Lunitas“ mit argentinischen Empanadas aus Düsseldorf-Oberkassel – hier unterstützen die Besucher direkt die hiesige Gastronomieszene.
Eine besondere Note setzt Sam Keshvari, Chefkoch des Meerbuscher Restaurants Ratatouille. Er bringt französische Haute Cuisine in die lockere Festival-Atmosphäre, unter anderem mit frischen Austern. Seine Anwesenheit zeigt, wie das Festival unterschiedliche Ebenen der Gastronomie vereint: vom bodenständigen Streetfood bis zur Spitzengastronomie, alles in einem zwanglosen, öffentlichen Setting. Musikalisch untermalt wird das Ganze von einer Reihe Düsseldorfer DJs, die für eine entspannte und lebendige Stimmung sorgen.
Die Apollowiese als Gemeinschaftsgut: Ein Festival für alle
Die Wahl des Ortes ist kein Zufall. Die Apollowiese, verwaltet durch das Garten-, Friedhofs- und Forstamt der Stadt, steht symbolisch für das kommunale Bestreben, hochwertige öffentliche Freiflächen als Treffpunkt für alle Bürgerinnen und Bürger zu erhalten und zu beleben. Veranstaltungen wie „Wein am Rhein“ sind dabei ein wichtiger Baustein. Sie aktivieren den Raum, schaffen sozialen Zusammenhalt und beleben die Innenstadt – ohne, wie an anderen Orten oft zu beobachten, eine Kommerzialisierung voranzutreiben, die bestimmte Bevölkerungsgruppen ausschließt.
„Solche Feste sind das Lebenselixier einer Stadt wie Düsseldorf“, findet eine langjährige Anwohnerin aus dem benachbarten Stadtteil Unterbilk. „Man trifft Nachbarn, Freunde, die Atmosphäre ist ungezwungen und weltoffen. Das ist gelebte Stadtkultur, die uns zusammenhält.“ Diese Aussage unterstreicht die soziale Funktion des Festivals. In einer Zeit, in der digitale Kommunikation oft den persönlichen Austausch ersetzt, bieten solche physischen Begegnungsorte einen unschätzbaren Wert für den Gemeinschaftssinn.
Ein Wochenende für die Sinne – und für die Stadt
Das Festival „Wein am Rhein“ ist mehr als nur ein weiteres Sommerfest. Es ist eine gelungene Symbiose aus regionaler Handwerkskunst, internationalem Flair, kulinarischer Vielfalt und sozialem Miteinander. Es zeigt, wie eine Stadtverwaltung durch die Vergabe von Flächen und die Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen ein inklusives, qualitativ hochwertiges Event für eine breite Öffentlichkeit schaffen kann. Die Besucher erwartet an diesem Wochenende nicht nur ein Geschmackserlebnis, sondern eine intensive Erfahrung des städtischen Lebens am Rhein: gesellig, genussorientiert und für jeden zugänglich. Prost auf Düsseldorf!
| Tag | Aktivitäten | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Freitag | Eröffnung des Festivals | Live-DJs |
| Samstag | Weinverkostungen | Internationale Weine |
| Sonntag | Familienaktivitäten | Streetfood-Special |