Ab dem 1. Januar 2027 wird sich für Berliner Taxis am Flughafen BER einiges ändern. Die seit der Eröffnung geltende Sondervereinbarung mit dem Landkreis Dahme-Spreewald ist gekündigt. Das bedeutet konkret: Taxis mit Berliner Kennzeichen dürfen dann nicht mehr an den Taxiständen des Flughafens warten, um spontan Fahrgäste mitzunehmen.
Sie dürfen weiterhin Passagiere abholen, die vorher eine Bestellung per Telefon oder App aufgegeben haben. Für spontane Fluggäste am Ankunftsbereich stehen künftig ausschließlich Taxis aus dem Landkreis Dahme-Spreewald bereit. Der Landkreis schätzt, dass seine 500 bis 600 konzessionierten Fahrzeuge ausreichen werden, um die Nachfrage zu bedienen.
Als Hauptgrund für diese Kehrtwende nennt der Landkreis die stark gesunkene Nachfrage nach Taxis am BER. Viele Fahrer mussten zuletzt oft über drei Stunden warten, bis sie einen Fahrgast fanden. Für die Betriebe war das ein erheblicher wirtschaftlicher Verlust. Der Landrat, Sven Herzberger, führt diese Entwicklung auf den erfolgreichen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs zurück. Vor allem der Flughafenexpress FEX, der den Hauptbahnhof in nur 23 Minuten mit dem Terminal verbindet, hat vielen Passagieren eine attraktive und günstige Alternative geboten.
Die Berliner Taxi-Innung zeigt sich über die einseitige Kündigung verärgert. Ihr Vorsitzender, Leszek Nadolski, bedauert den Schritt und hatte sich für einen Kompromiss eingesetzt. Sein neues Ziel ist nun die Einrichtung einer speziellen Vermittlungszone am Flughafen. Dort könnten Fahrgäste, die explizit nach Berlin wollen, gezielt mit einem Berliner Taxi zusammengebracht werden. Dafür will die Innung direkte Gespräche mit der Flughafengesellschaft führen.
Verkehrssenatorin Ute Bonde von der CDU reagierte mit gemischten Gefühlen. Einerseits sei der Erfolg des FEX erfreulich, andererseits stelle die neue Situation das Berliner Taxigewerbe vor Herausforderungen. Ihr Amt kündigte an, die Voraussetzungen für Bestellfahrten vom Flughafen zu verbessern. Geplant sind Maßnahmen, um diesen Service bekannter zu machen und durch einen garantierten Festpreis attraktiver zu gestalten.
Für Sie als Fahrgast bedeutet die Änderung ab 2027 vor allem eins: mehr Planungssicherheit. Wenn Sie am BER spontan ein Taxi brauchen, steigen Sie in ein Fahrzeug aus der Region Dahme-Spreewald. Wenn Sie lieber ein Berliner Taxi bevorzugen, müssen Sie dieses vor Ihrer Landung per App oder Anruf vorbestellen. Die Berliner Verkehrsverwaltung arbeitet daran, diesen Bestellprozess einfacher und transparenter zu machen.
Die Entscheidung zeigt, wie sehr der Erfolg des öffentlichen Nahverkehrs traditionelle Märkte wie den Taxistand am Flughafen verändert.
- Taxis mit Berliner Kennzeichen dürfen nicht mehr an Taxiständen warten
- Vorbestellungen per Telefon oder App bleiben erlaubt
- Spontane Fluggäste müssen Taxis aus Dahme-Spreewald nutzen
- Der Landkreis hat 500 bis 600 konzessionierte Fahrzeuge
- Die Nachfrage nach Taxis am BER ist stark gesunken
- Öffentlicher Nahverkehr bietet attraktive Alternativen
| Fahrzeugtyp | Anzahl | Besonderheit |
|---|---|---|
| Taxi aus Berlin | unlimitiert | Vorbestellung erforderlich |
| Taxi aus Dahme-Spreewald | 500 – 600 | Spontane Nutzung möglich |