In Dortmund geht ein Seufzer der Erleichterung durchs Stadion. Maximilian Beiers spätes Tor zum 1:0 gegen Eintracht Frankfurt war mehr als nur ein Siegtor. Es war ein Befreiungsschlag für einen BVB, der nach den enttäuschenden Pleiten gegen Stuttgart und Paris dringend eine positive Wendung brauchte. Doch die Freude über diesen Dreier ist getrübt. Das Spiel offenbarte deutliche Schwächen. Und der Blick auf den Kalender lässt keine Zeit für ausgiebige Analysen. Nächste Woche geht es zum Bundesliga-Topspiel nach München. Direkt danach wartet das Heimspiel gegen den aufstrebenden Aufsteiger Werder Bremen.
Der Sieg gegen Frankfurt war hart erkämpft und alles andere als souverän. Dortmund verpasste es in der ersten Halbzeit klar, seine Chancen zu nutzen. Die frühe Führung blieb aus, obwohl die Frankfurter Verteidigung Lücken bot. Stattdessen herrschte eine gewisse Schwerfälligkeit im Spielaufbau. Die Kreativität im Mittelfeld ließ zu wünschen übrig. Es wirkte, als trage die Mannschaft noch das mentale Gepäck der letzten Niederlagen mit sich herum. Die Lösung brachte erst die Einwechslung von Maximilian Beier. Der junge Stürmer kam in der 68. Minute und brachte genau die Frische und Entschlossenheit mit, die dem Spiel bis dahin fehlten. Sein entschlossener Abschluss in der 84. Minute entschied die Partie. Dieser Joker-Erfolg zeigt die individuelle Qualität in der Kadertiefe. Gleichzeitig unterstreicht er ein grundlegendes Problem. Die Startelf findet aktuell nicht die nötige Durchschlagskraft.
Die Statistik spricht eine klare Sprache. Dortmund gewann das Spiel mit nur einem Tor bei einer erwarteten Torwertung von 1,8 zu 0,5 für Frankfurt. Das klingt nach Dominanz. Auf dem Platz sah es anders aus. Die Mannschaft kontrollierte den Ball, schaffte es aber nicht, diese Überlegenheit in klare Torchancen umzumünzen. Trainer Nuri Sahin musste das nach dem Spiel selbst eingestehen. „Wir haben den Sieg verdient, weil wir das Spiel bestimmt haben. Aber wir müssen effektiver werden. Vor dem Tor fehlt uns die letzte Konsequenz“, sagte Sahin. Diese Inkonsequenz könnte in München zum Verhängnis werden. Gegen Bayern wird man nicht so viele Ballbesitz- und Chancenanteile haben wie gegen Frankfurt. Jede halbe Chance muss dann genutzt werden.
Genau darin liegt die zentrale Herausforderung für die kommenden Spiele. Gegen Bayern München in der Allianz Arena reicht es nicht, nur kämpferisch gut zu stehen. Dortmund muss dort mutiger und gefährlicher nach vorne spielen. Die Bayern haben selbst ihre Schwächen, vor allem in der Defensive. Diese Lücken gilt es zu finden und rücksichtslos auszunutzen. Das gleiche gilt für das Heimspiel gegen Werder Bremen. Die Mannschaft von Ole Werner hat gezeigt, dass sie kein einfacher Gegner ist. Sie spielt mit Mut und Pressing. Gegen solche Teams muss der BVB seinen Spielaufbau präziser gestalten und schneller in die Spitze kommen.
Die gute Nachricht ist die Rückkehr von Spielern wie Julian Brandt. Seine kreativen Impulse wurden gegen Frankfurt schmerzlich vermisst. Seine Rückkehr könnte dem Mittelfeld den nötigen Schliff geben. Auch die Defensive um Mats Hummels und Nico Schlotterbeck stand gegen Frankfurt sicher. Das ist eine wichtige Basis. Doch die Mannschaft muss nun als Einheit funktionieren. Die Abstände zwischen Abwehr, Mittelfeld und Angriff waren gegen Frankfurt zu groß. Das machte das Spiel oft langsam und berechenbar.
Für die Fans in Dortmund ist die Situation klar. Der Sieg gegen Frankfurt ist ein wichtiger Schritt. Er holt die Mannschaft aus dem negativen Strudel der vergangenen Wochen. Aber er ist nur die Grundlage. Die eigentliche Prüfung steht noch bevor. Die nächsten beiden Spiele werden zeigen, ob dieser BVB wirklich die Lernfähigkeit und den Charakter hat, um in der Spitze mitzuhalten. Ein Punkt oder sogar ein Erfolg in München wäre ein gewaltiges Signal. Ein Sieg gegen Bremen danach würde die Rückkehr in die Champions-League-Plätze konkret machen.
Die Erleichterung nach dem Frankfurter Spiel ist also da. Doch sie darf nicht in Selbstzufriedenheit umschlagen. Die Arbeit beginnt jetzt erst richtig. Die Mannschaft muss das positive Ergebnis als Sprungbrett nutzen. Die Leistung muss von der ersten Minute an stimmen, vor allem in München. Maximilian Beier hat gezeigt, dass er in entscheidenden Momenten da sein kann. Nun ist die gesamte Mannschaft gefordert, diese Momente selbst zu schaffen. Die Herausforderung Bayern und Bremen wartet. Der BVB muss sich steigern. Es gibt keine Alternative.
- Schwächen im Spielaufbau
- Eine defensive Fehleranfälligkeit
- Mangel an kreativen Impulsen
- Notwendigkeit für präzisen Spielaufbau
- Kampfkraft und Entschlossenheit müssen gesteigert werden
- Grad der Überlegenheit muss in Tore umgesetzt werden
| Mannschaft | Tore | Erwartete Tore |
|---|---|---|
| Dortmund | 1 | 1,8 |
| Frankfurt | 0 | 0,5 |