DFB-Bundesgericht vertagt Dynamo-Urteil: Warten auf Beweise im Fall K-Block-Sperre
Der Sport-Rechtsstreit um die Vorfälle beim Dresdner Zweitliga-Heimspiel gegen Hertha BSC Anfang April zieht sich weiter hin. Das DFB-Bundesgericht in Frankfurt am Main hat am Dienstag nicht wie möglicherweise erhofft ein finales Urteil gefällt. Stattdessen wurde die Verhandlung vertagt. Beide Seiten – die SG Dynamo Dresden und der DFB-Kontrollausschuss, der die Anklage vertritt – haben nun bis Anfang August Zeit, weitere Beweise und Unterlagen nachzureichen. Das bedeutende Urteil, das die Frage der Zuschauer-Sanktionen endgültig klären soll, wird nun für den 6. August 2025 erwartet.
Im Kern geht es um die von der ersten Instanz des DFB-Sportgerichts verhängte Strafe gegen den Verein: ein Zuschauerteilausschluss für ein Spiel, konkret die Sperre des berühmten K-Blocks auf der Südtribüne des Rudolf-Harbig-Stadions. Eine weitere Partie unter Ausschluss von Gästefans wurde zur Bewährung ausgesetzt. Diese Strafen waren als Konsequenz für das Verhalten von Dynamo-Anhängern während des Spiels am 4. April verhängt worden, bei dem es zu Pyrotechnik-Einsätzen und anderen Störungen gekommen war.
Dagegen hatte Dynamo umgehend Berufung eingelegt. Der Verein argumentiert seitdem nicht nur mit formalen Rechtsfragen, sondern vor allem mit der eigenen Sichtweise auf die Ereignisse und deren Bewertung. Nach der gestrigen Sitzung in Frankfurt zeigte sich Geschäftsführer Stephan Zimmerman zwar weiterhin zuversichtlich, dass die Dynamo-Position Gehör findet, verwies aber auf den nun folgenden Prüfprozess: „Wir prüfen jetzt, inwiefern weitere Beweise im nächsten Schritt der Verhandlung einfließen können. Unsere grundsätzliche Überzeugung, dass die Argumente und Sichtweisen gehört werden sollten und diese einen erheblichen Einfluss auf das Urteil haben können, bleibt weiterhin unverändert.“
Diese Aussage spiegelt die Strategie des Vereins wider: Man möchte nicht nur über das „Ob“ von Regelverstößen diskutieren, sondern auch über das „Wie“ und die angemessene Proportionalität der Strafe. In der Dresdner Fanszene und bei den Verantwortlichen herrscht die Sorge, dass eine pauschale Sperre eines zentralen Fanblocks, der für seine lautstarke Unterstützung und das eindrucksvolle choreografische Bild im Stadion steht, die Stimmung und Kultur im Stadion nachhaltig schädigen und die Beziehung zwischen Verein und treuesten Anhängern belasten könnte.
Die Vertagung durch das oberste DFB-Gericht zeigt, dass der Fall als nicht trivial angesehen wird und beide Seiten die Möglichkeit erhalten, ihre Positionen umfassend zu untermauern. Es ist ein klassischer Rechtsstreit zwischen der regelnden Instanz, die auf Einhaltung der Statuten und Sicherheitsvorgaben pocht, und einem Verein, der sich in einer Grauzone zwischen der Verantwortung für das Fehlverhalten Einzelner und dem Schutz seiner aktiven Fanszene sieht.
Für die Planungen von Dynamo Dresden bedeutet die Vertagung zunächst eine kurze Atempause. Das potenziell betroffene Spiel mit gesperrtem K-Block steht unmittelbar nicht bevor. Alle Aufmerksamkeit kann sich nun auf den sportlichen Rest der Saison konzentrieren. Allerdings lastet das Damoklesschwert der endgültigen Entscheidung weiter über dem Verein. Der 6. August wird ein entscheidender Tag sein – nicht nur für die Verwaltung, sondern vor allem für zehntausende Fans, deren Stadionerlebnis direkt von diesem Urteil betroffen ist.
Die Dynamo-Community wird die Entwicklung in den kommenden Wochen genau verfolgen. Man hofft, dass die noch einzureichenden Beweise die Argumentation des Vereins stärken und das Bundesgericht zu einer milderen Bewertung kommt. Die Angst vor einem Präzedenzfall, der ähnliche Strafen gegen aktive Fanblöcke anderer Vereine erleichtern könnte, ist ebenfalls ein subtiler, aber wichtiger Teil dieser Auseinandersetzung im deutschen Profifußball.