Es sind diese stillen Momente in der Bahn, kurz bevor die Kontrolle beginnt, die mir jetzt anders vorkommen. Die angespannte Ruhe. Seit dem tödlichen Angriff auf Serkan Çalar vor einem halben Jahr hängt das Versprechen einer schärferen Bestrafung für Täter in der Luft. Passiert ist nichts. „Die Politiker haben Serkan vergessen. Wir nicht“, sagt EVG-Chef Martin Burkert deutlich. Seine Drohung ist konkret: Kommt das Gesetz nicht noch 2024, legt die Gewerkschaft im Januar den Regionalverkehr lahm.
Die Frustration ist grenzenlos. Statistisch wird täglich ein Bahnmitarbeiter angegriffen. „Keiner weiß vor seiner Schicht, ob er wieder gesund nach Hause kommt“, bringt es Betriebsrat Ralf Damde auf den Punkt. Ich erinnere mich an das mulmige Gefühl, als ich kürzlich eine hitzige Diskussion über ein Ticket beobachtete. Die tägliche Angst der Mitarbeiter ist mir seitdem nah. Das Justizministerium spricht von „Abstimmungen“, doch der Zug des Handelns steht still, während die Gewalt steigt – um 14 Prozent.
Es geht um mehr als ein Gesetz. Es geht um die grundlegende Wertschätzung für Menschen, die unseren Alltag am Laufen halten. Wenn Versprechungen nach solchen Tragödien nur leere Worte bleiben, zerstört das jedes Vertrauen. Die drohende Lähmung des Nahverkehrs wäre eine logische, wenn auch schmerzhafte Konsequenz dieser Politik des Vergessens.
- Stille Momente in der Bahn
- Angespannte Ruhe
- Tödlicher Angriff auf Serkan Çalar
- Leere Versprechungen von Politikern
- Frustration der Bahnmitarbeiter
- Steigende Gewalt – 14 Prozent
| Aspekte | Details |
|---|---|
| Tödlicher Angriff | Serkan Çalar |
| Versprechen | Schärfere Bestrafung |
| Frustration | Tägliche Angriffe auf Mitarbeiter |
| Statistik | 14 Prozent Anstieg der Gewalt |
| Politische Reaktion | Stillstand im Justizministerium |
| Folgen | Lähmung des Nahverkehrs |