Die Pfalz im Sommer riecht nach Wein und reifem Obst. Zwischen den Reben glänzt es aber immer öfter in sattem Grün und tiefem Violett: Feigenbäume gehören hier inzwischen zum Landschaftsbild. Was einst als exotische Kostbarkeit galt, hat sich zu einer regionalen Delikatesse gemausert. „Wenn wir Glück haben, gibt es zwei Ernten – im Juni und im September“, erzählt Swen Bultmann, Küchenchef im Restaurant Atable in Freinsheim. Seine Bäume stehen direkt im Hotelgarten.
Für Food-Expertin Anne-Katrin Weber sind vollreife Feigen eine „absolute Lieblingsfrucht“. In Hamburg erntet sie sie vom eigenen Baum. Ihr Geheimtipp? Das Grasgrüne Öl aus jungen Feigenblättern. „Der Duft ist subtil kokosnussig“, sagt sie. Ich habe es nachgemacht – das nussige Aroma veredelt wirklich jede kalte Sommercreme. Wichtig ist nur frische Blätter zu nehmen. Getrocknete taugen nicht, das habe ich auch schmerzlich lernen müssen.
Die Vielfalt ist überwältigend. Ob gebraten zu Lamm, als Chutney zum Käse oder in einer süßen Tarte – die Feige ist ein Tausendsassa. Beim Einkauf teste ich sie wie eine Avocado: Sie muss sanft nachgeben. Die Farbe verrät nichts, nur der Geschmack zählt. In der Pfalz weiß man das längst. Hier ist die Feige vom Klimageschenk zum kulinarischen Wahrzeichen geworden. Das ist Kultur, die man schmeckt.
- Vielfältige Verwendungsmöglichkeiten
- Erntezeiten im Juni und September
- Geheime Zutat – Öl aus jungen Feigenblättern
- Frische Blätter für das beste Aroma
- Feigen als Teammate für Lammgerichte
- Symbol der regionalen Kulinarik
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Erntezeiten | Juni und September |
| Verwendung | Chutney, Tarte, zu Fleisch |
| Farbe der Feigen | Keine Aussagekraft |
| Aroma | Cremes veredeln |
| Wichtig beim Einkauf | Sanft nachgeben |
| Kultur | Stark in der Pfalz verwurzelt |