Ein kleines Restaurant im Frankfurter Gallusviertel steht kurz davor, bundesweit bekannt zu werden. Das koreanische Hähnchen-Restaurant Chicken Onda hat es in die Endrunde der Uber-Eats-Awards geschafft. Nur drei andere Lokale aus ganz Deutschland sind noch im Rennen. Am Montag entscheidet sich in Berlin, wer gewinnt.
Die Betreiberin Hyo Seon Lee bereitet sich gerade auf den größten Auftritt ihrer Karriere vor. Doch es geht nicht um Musik, obwohl sie eigentlich Opernsängerin ist. Sie wird vor einer prominenten Jury kochen. Dazu gehören Sternekoch Tim Raue und andere Experten. Lee muss ihr «Onda Special» perfekt zubereiten. Das Gericht mit frittiertem Hähnchen, hausgemachter Zwiebelsoße und eingelegtem Rettich hat die Vorjury überzeugt.
Der Weg hierher war alles andere als geplant. Lee kam mit ihrem Mann Jae Hyung Park nach Deutschland, um Musik zu studieren. Beide sind professionelle Musiker. Die Pandemie zerstörte dann ihre Jobchancen in diesem Bereich. Also fing Lee in einem koreanischen Restaurant an zu arbeiten. Sie sah eine Chance und übernahm den Laden. Vor zwei Jahren startete sie dann ihr eigenes Konzept.
«Chicken Onda» bedeutet übersetzt «Hähnchen, komm zu mir». Der Name ist Programm. Erst gab es nur eine Abholstation. Dann kam eine zweite dazu. Weil so viele Gäste nach einem richtigen Restaurant fragten, eröffnete sie schließlich den Laden im Gallus. Heute beschäftigt sie 15 Mitarbeiter.
Lee sagt, der koreanische Trend in Deutschland habe ihr geholfen. Die Popularität von K-Pop ziehe auch Interesse an der Küche nach sich. Doch sie setzt auf absolute Authentizität. Bis auf frisches Fleisch und Gemüse importiert sie alle Zutaten direkt aus Korea. Das Hähnchen mariniert sie 24 Stunden lang. Das macht es besonders zart und geschmackvoll. «Der Unterschied ist, dass wir tatsächlich Koreaner sind», sagt sie und lacht.
Die Arbeit ist hart. Von Work-Life-Balance kann keine Rede sein. Die Zubereitung des Essens ist nur ein kleiner Teil. E-Mails, Papierkram, Steuern und Reparaturen füllen die Tage. Ihre Schwiegermutter ist extra angereist, um zu helfen. Manchmal hat Lee das Gefühl, sie habe kein Privatleben mehr. Trotzdem bereitet ihr die Arbeit Freude. Sie liebt den Kontakt zu den Gästen. «Unser Essen macht die Menschen glücklich. Das ist ein schönes Gefühl.» Und sie schätzt die Partnerschaft mit ihrem Mann. «Wir reden den ganzen Tag. Ohne ihn wäre es unmöglich.»
Der Gewinn des Awards wäre mehr als nur ein Titel. Das Preisgeld möchte Lee sofort reinvestieren. Sie plant, in bessere Küchengeräte und eine gemütlichere Einrichtung zu investieren. Zuerst muss sie aber in Berlin überzeugen. Die Konkurrenz ist stark:
- Ein Grillrestaurant aus Essen
- Ein griechisches Lokal aus Schwerin
- Ein türkisches Restaurant aus Hamburg
- Ein italienisches Restaurant aus Stuttgart
- Ein asiatisches Bistro aus München
- Ein indisches Restaurant aus Köln
Lee gibt zu, etwas nervös zu sein. Vor einer Jury zu kochen ist neu für sie. Doch sie vertraut auf ihr Konzept und ihre Leidenschaft. Von der Opernbühne in die Restaurantküche – ihr Weg zeigt, wie aus einer Notlösung ein großer Erfolg werden kann. Am Montag erfährt Frankfurt, ob sein koreanisches Hähnchen das beste Liefergericht Deutschlands ist.
| Restaurant Name | Stadt | Typ |
|---|---|---|
| Chicken Onda | Frankfurt | Koreanisch |
| Grillrestaurant | Essen | Deutsch |
| Griechisches Lokal | Schwerin | Griechisch |
| Türkisches Restaurant | Hamburg | Türkisch |