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Nachrichten Lokal > Nachrichten > Düsseldorf > Freiburg besiegt Düsseldorf im DFB-Pokal mit 5:1 – Alle Details
Düsseldorf

Freiburg besiegt Düsseldorf im DFB-Pokal mit 5:1 – Alle Details

Julia Becker
Zuletzt aktualisiert: August 27, 2026 4:22 a.m.
Julia Becker
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In der Düsseldorfer Arena herrschte am Freitagabend eine Gänsehaut-Atmosphäre. Über 27.000 Fans hatten sich eingefunden, um ihrem abstiegsgeschädigten Drittliga-Verein gegen den Bundesligisten SC Freiburg die Stange zu halten. Das Ergebnis von 5:1 spiegelt am Ende die klaren Verhältnisse zwischen den Klassen wider, doch für lange Strecken war das Spiel ein packendes Beispiel dafür, warum der DFB-Pokal so besonders ist. Fortuna Düsseldorf kämpfte, zeigte Mut und ließ die Heimkulisse bis zur 71. Minute an einen Coup glauben, bevor die individuelle und spielerische Überlegenheit des Bundesligisten den Pokaltraum doch noch zerplatzen ließ.

Ein mutiger Start, doch die Klasse zeigt sich

Nach zwei katastrophalen Niederlagen zum Start in die 3. Liga-Saison, einem radikalen Kaderumbau und einer damit einhergehenden tiefen Unsicherheit, hätte man den Fortunen ein defensives, abwartendes Spiel vor der eigenen Kulisse verziehen. Doch das Gegenteil war der Fall. Von der ersten Minute an gingen die Düsseldorfer mutig nach vorne, angetrieben vom lautstarken Unterstützungschor der Südtribüne. Tim Oberdorf verpasste mit einem Volley nur knapp (8.). Der frühe Druck war echter Mutmacher für die Mannschaft von Trainer Alexander Ende.

Doch die Realität des Zwei-Klassen-Unterschieds machte sich bereits in der 11. Minute bemerkbar. Ein Kopfball von Routinier Matthias Ginter zwang Fortunas Pokal-Keeper Louis Lord zu einer spektakulären Rettung über die Latte. Es war eine Warnung, die nur sieben Minuten später zur bitteren Realität wurde. Eine unglücklich abgefälschte Flanke von Patrick Osterhage landete vor den Füßen von Lucas Höler, der aus kurzer Distanz zum 1:0 für Freiburg eindrehte. Ein Tor, das die Zweikampf- und Laufstärke der Bundesligaprofis unterstrich. Der Freiburger Stürmer hatte dabei eine besondere Geschichte im Gepäck: Nur einen Tag zuvor hatte er das Spiel in Schottland wegen der bevorstehenden Geburt seines zweiten Kindes verpasst. Nun traf er als werdender Vater in Düsseldorf.

Trotz des Rückstands gab sich Fortuna nicht geschlagen. Keeper Louis Lord wurde zur Bastion, hielt stark gegen Yuito Suzuki (28.) und bewahrte seine Mannschaft mit weiteren guten Paraden vor einem frühen Debakel. Eine klare Schiedsrichterfehlentscheidung in der 37. Minute sorgte für Unmut: Philipp Lienhart spielte unter Druck zurück zu seinem eigenen Torwart Mio Backhaus, der den Ball deutlich mit der Hand aufnahm. Ein klarer indirekter Freistoß für Düsseldorf, den Schiedsrichter Florian Lechner jedoch übersah. „In solchen Momenten braucht es ein bisschen Glück, wenn man als Underdog mithalten will. Das blieb heute aus“, kommentierte Fortunas Trainer Alexander Ende nach dem Spiel die Szene.

Die Stärkephase wird bestraft

Auch nach der Pause blieb die Einstellung der Düsseldorfer vorbildlich. Sie preschten, kämpften und schufen eine bemerkenswert kämpferische Leistung auf den Platz. Die Chancenverwertung und letzte Passgenauigkeit blieb jedoch das große Manko. Währenddessen erwischte Freiburg nach einer Stunde der Spielfluss. Vincenzo Grifo schoss aus bester Position über das Tor (49.), Lord rettete erneut gegen Lucas Höler (52.). Doch mitten in der stärksten Phase der Fortuna, in der Jamil Siebert (65.) und Andreas Müller (66.) den Ausgleich hätten erzielen können, zeigte der SC Freiburg seine kalte Effizienz.

Innerhalb von nur vier Minuten entschieden sie das Spiel. Igor Matanovic (71.) und Lukas Kübler (74.) trafen zum 2:0 und 3:0. Es war der Augenblick, in dem die physische und spielerische Erschöpfung der Drittligisten gegenüber der frischen Kraft und Qualität der Freiburger Bank sichtbar wurde. „Wir haben über weite Strecken sehr gut mitgespielt und uns nicht versteckt. Aber wenn du in solchen Momenten gegen solche Spieler kleine Fehler machst, wirst du sofort bestraft. Das ist der Unterschied zwischen den Ligen“, analysierte Fortuna-Kapitän André Hoffmann nüchtern.

Die Arena ließ sich nicht unterkriegen. Als der gebürtige Freiburger und Ex-Sport-Club-Spieler Fabian Schleusener in der 76. Minute zum 1:3-Anschlusstreffer traf, bebte das Stadion noch einmal. Für wenige Minuten keimte die Hoffnung auf ein spektakuläres Finale wieder auf. Doch Freiburgs Trainer Julian Schuster konnte einfach weitere frische Profis vom Bank bringen. Jordy Makengo (80.) und Igor Matanovic mit seinem zweiten Treffer in der Nachspielzeit machten mit dem 4:1 und 5:1 den klaren Sieg und das Pokalaus der Fortuna besiegelt.

Zwischen Frust und Stolz in Düsseldorf

Für Fortuna Düsseldorf bleibt nach diesem Abend ein zwiespältiges Gefühl. Der Frust über den bitteren Saisonstart mit nun drei Niederlagen in Folge ist groß. Die Baustellen im neu zusammengewürfelten Team sind offensichtlich:

  • Defensive Koordination
  • Chancenverwertung
  • Letzte Passgenauigkeit
  • Physische Erschöpfung
  • Fehlentscheidungen des Schiedsrichters
  • Mentale Stärke

Die sportliche Realität der 3. Liga mit ihrem engen Spielplan wartet bereits am Dienstag mit dem Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden. Doch der Stolz auf die gezeigte Einstellung und der Beleg, dass die Mannschaft gegen einen etablierten Bundesligisten über eine Stunde lang auf Augenhöhe spielen konnte, ist ebenso vorhanden. „Wir nehmen aus dieser Niederlage sehr viel Positives mit. Die Haltung, der Wille, das Herz – das stimmt. Jetzt müssen wir diese Energie in die Liga mitnehmen und die ersten Punkte holen. Das muss unser Ziel sein“, sagte Trainer Alexander Ende und blickte damit bereits nach vorn.

Für den SC Freiburg war es eine souveräne und professionelle Erfüllung der Pflichtaufgabe. Ohne große Mühe und mit der effizienten Ausnutzung ihrer individuellen Überlegenheit zogen sie in die zweite Runde des DFB-Pokals ein. Für die Fortuna-Fans jedoch bleibt die Erkenntnis, dass ihr Verein trotz aller sportlicher und finanzieller Widrigkeiten sein Herz nicht verloren hat. In der Düsseldorfer Arena wurde am Freitag nicht nur ein Fußballspiel verloren, sondern auch gezeigt, dass die Identität und der Kampfgeist dieses Traditionsvereins lebendig sind. Das ist die Grundlage, auf der der Neuanfang in der 3. Liga gelingen muss. Die eigentliche Saisonarbeit beginnt jetzt.


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VonJulia Becker
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Julia ist eine engagierte Reporterin für den Süden Deutschlands mit Schwerpunkt auf München und Stuttgart. Sie schreibt über lokale Kulturveranstaltungen, das wirtschaftliche Stadtleben und Geschichten von Menschen, die ihre Region prägen. Ihre Beiträge zeichnen sich durch Nähe, Empathie und starke persönliche Perspektiven aus.
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