Der Duft von Glühwein, Bratäpfeln und gebrannten Mandeln liegt ungewöhnlich früh über der Fußgängerzone. Während die meisten Städte noch auf den Advent warten, hat in Essen-Steele die Weihnachtsmarktsaison bereits begonnen. Schon Ende Oktober öffnen hier rund 100 festlich geschmückte Stände ihre Buden. Es ist einer der ersten großen Weihnachtsmärkte in Deutschland in diesem Jahr.
Für die Organisatoren ist der frühe Start eine Besonderheit. Normalerweise beginnen die Weihnachtsmärkte in Deutschland erst nach dem Totensonntag Ende November. Der traditionelle Steeler Markt wartete in der Vergangenheit wenigstens bis Allerheiligen am 1. November. In diesem Jahr fällt der Startschuss aber noch früher. Grund ist ein rundes Jubiläum, wie Hauptorganisator Leon Finger erklärt. Der Steeler Weihnachtsmarkt feiert sein 50-jähriges Bestehen. Für den 79-jährigen Finger, der in Steele ein Modegeschäft betreibt, ist es der Abschied. Nach vielen Jahren als treibende Kraft hinter dem Event übergibt er die Organisation.
Die Besucher zahlen moderate Preise. Ein Glühwein kostet weiterhin vier Euro. Eine Bratwurst gibt es für 4,50 Euro. Die Initiatoren hoffen mit diesem Konzept erneut auf etwa eine Million Gäste. Im vergangenen Jahr kamen rund 900.000 Menschen nach Steele.
Ein Höhepunkt ist die große Musikbühne. Schlagersänger Stefan Mross moderiert das Programm. Über 100 Künstlerauftritte sind bis zum 3. Januar geplant, mit einem Schwerpunkt auf deutscher Volksmusik und Schlagern. Neu in diesem Jahr ist der sogenannte Singende Weihnachtsbaum. Dabei handelt es sich um eine fünfstöckige Gerüstkonstruktion in Tannenbaumform, die als Bühne dient und stimmungsvoll geschmückt ist.
Eine weitere Attraktion wartet am 6. Dezember. Dann soll wieder ein Nikolaus-Darsteller per Hubschrauber auf den nahe gelegenen Ruhrwiesen landen. Von dort wird er mit einer Kutsche, verfolgt von vielen Kindern, zur Nikolausbescherung auf den Weihnachtsmarkt gebracht.
Mitten auf dem Festplatz dreht sich eine 15 Meter hohe Nordmanntanne. Für zwei Euro können Besucher den Baum in Bewegung setzen. Der Erlös aus dieser Aktion wird nach Ende des Marktes für einen guten Zweck gespendet.
Oberbürgermeister Thomas Kufen eröffnete den Markt persönlich. In seiner Ansprache betonte er die Bedeutung solcher traditioneller Feste für den Zusammenhalt im Stadtteil.
Leon Finger blickt auf eine lange Geschichte zurück. Er erzählt, wie sich der Charakter des Weihnachtsmarktes über die Jahrzehnte verändert hat. Der religiöse Bezug als Fest zur Geburt Christi sei heute fast ganz in den Hintergrund getreten. Früher habe es eine große Krippe gegeben, für die die Leute extra kamen. Heute sei diese eingelagert.
Gleichzeitig sind die Anforderungen an die Veranstaltung gestiegen. Die bürokratischen und sicherheitstechnischen Auflagen für ein solches Volksfest seien über die Jahre immer anspruchsvoller geworden, so Finger. Er ist froh, dass er Nachfolger für die Organisation gefunden hat und das traditionsreiche Event weitergeht.
Für die Besucher aus Essen und dem gesamten Ruhrgebiet bietet der frühe Markt eine besondere Gelegenheit. Sie können schon jetzt in weihnachtliche Stimmung eintauchen, lange bevor die meisten anderen Märkte öffnen. Der Steeler Weihnachtsmarkt bleibt damit seiner Rolle als Publikumsmagnet und fröhlicher Auftakt der Vorweihnachtszeit im Ruhrgebiet treu.
- Schlagersänger Stefan Mross moderiert das Programm.
- Es gibt über 100 Künstlerauftritte.
- Ein Singender Weihnachtsbaum ist neu in diesem Jahr.
- Am 6. Dezember landet ein Nikolaus-Darsteller per Hubschrauber.
- Die Nordmanntanne dreht sich für zwei Euro.
- Der Erlös wird für einen guten Zweck gespendet.
| Attraktion | Preis | Datum |
|---|---|---|
| Glühwein | 4 Euro | – |
| Bratwurst | 4,50 Euro | – |
| Nordmanntanne (Bewegung) | 2 Euro | – |
| Nikolaus-Darsteller | – | 6. Dezember |