Man geht ja vielleicht davon aus, dass man in Berlin am einsamsten wohnen kann. Die Statistik zeigt ein anderes Bild. Überraschenderweise ist es das saarländische Saarbrücken, das 2025 die Single-Hauptstadt Deutschlands ist.
Fast 60 Prozent aller Haushalte dort sind Einpersonenhaushalte. Die Psychologin Borbala Rozsnyik sagt dazu: „Allein zu wohnen ist heute oft Ausdruck von Selbstbestimmung, nicht von Einsamkeit.“ Ich beobachte das auch in meinem Umfeld: Die Wahl, für sich zu leben, ist heute positiv besetzt, ein bewusster Lebensentwurf. Besonders ostdeutsche Großstädte wie Leipzig und Rostock folgen dicht auf. Es ist ein klares Stadtphänomen, je größer die Stadt, desto höher der Anteil. Interessant finde ich Stuttgart als Gegenbeispiel. Dort, mitten im schwäbischen Kernland, ist der Wert am niedrigsten. Vielleicht spielt hier noch eine stärkere Tradition des familiären Zusammenlebens eine Rolle.
Die Zahlen zeigen einen tiefgreifenden Wandel. Das klassische Zusammenziehen ist nicht mehr selbstverständlich. Wie Rozsnyik betont: „Entscheidend ist nicht der Beziehungsstatus, sondern die Qualität der Beziehungen.“ Die Art, wie wir Gemeinschaft leben, verändert sich fundamental. Sie wird mobiler, digitaler und eben auch bewusster gewählt. Das ist kein Trend, sondern die neue gesellschaftliche Realität.
- Saarbrücken als Single-Hauptstadt
- 60 Prozent Einpersonenhaushalte
- Selbstbestimmung statt Einsamkeit
- Ostdeutsche Großstädte im Trend
- Stuttgart als Gegenbeispiel
- Qualität der Beziehungen entscheidend
| Stadt | Anteil Einpersonenhaushalte (%) |
|---|---|
| Saarbrücken | 60 |
| Leipzig | Schätzungsweise 55 |
| Rostock | Schätzungsweise 54 |
| Berlin | Schätzungsweise 50 |
| Stuttgart | Niedrigster Wert |