Wenn man wissen will, wer im öffentlichen Raum die höchsten Gehälter bezieht, sollte man nicht in die Hauptstadt blicken, sondern zur örtlichen Sparkasse. Eine neue Studie der Zeppelin-Universität zeigt es klar: Sparkassen-Vorstände verdienen im Schnitt 439.000 Euro im Jahr. Das ist mehr als doppelt so viel wie ein Vorstand bei einem kommunalen Unternehmen im Median erhält. „Die Sparkassen spielen in einer ganz eigenen Gehaltsliga“, stellt Professor Ulf Papenfuß fest.
Warum ist das so? Ein Argument des Sparkassenverbands hat Gewicht: Sie konkurrieren mit privaten Banken um qualifizierte Führungskräfte. Ein Bankvorstand muss komplexe Regularien meistern – das rechtfertigt ein hohes Grundgehalt. Doch die Studie zeigt auch: Nur gut 10 Prozent der Bezüge sind leistungsabhängig. Bei rund jedem vierten Sparkassenchef gibt es gar keine variable Vergütung. Hohe Leistung als Begründung für hohe Gehälter? Hier passt das oft nicht.
Noch spannender ist die Frage der Transparenz. Nur ein Drittel der Sparkassen legt die Vorstandsgehälter namentlich offen. Ob man erfährt, wer wie viel verdient, hängt stark vom Bundesland ab. Ich frage mich: Sollte nicht gerade ein öffentlich-rechtliches Institut mit Gemeinwohlauftrag hier Vorreiter sein? „Die Topmanagementvergütung ist ein Kristallisationspunkt guter Unternehmensführung“, sagt Papenfuß. Und da gehört für mich transparentes Handeln einfach dazu. Es geht nicht um Neid, sondern um das Grundvertrauen in diese starken lokalen Pfeiler.
- Sparkassen-Vorstände verdienen im Schnitt 439.000 Euro im Jahr
- Mehr als doppelt so viel wie Vorstände kommunaler Unternehmen
- Nur 10 Prozent der Bezüge sind leistungsabhängig
- Rund jeder vierte Sparkassenchef hat keine variable Vergütung
- Nur ein Drittel der Sparkassen veröffentlicht Gehälter namentlich
- Transparenz ist entscheidend für Vertrauen in die Institutionen
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Durchschnittliches Gehalt | 439.000 Euro |
| Leistungsabhängige Bezüge | 10 Prozent |
| Variable Vergütung | Bei jedem vierten Sparkassenchef nicht vorhanden |
| Transparenz | Ein Drittel der Sparkassen legt Gehälter offen |
| Öffentlich-rechtliche Verantwortung | Erwartung an Transparenz |
| Bundesland-Abhängigkeit | Unterschiede in der Offenlegung |