Die Sonntagmorgen in Berlin wirkt schwer und still, ganz anders als am Tag zuvor. Ein Wochenende, das eigentlich als großes, fröhliches Fest der Freiheit und Vielfalt gedacht war, endete am Samstagabend mit einem Akt der Gewalt, der unsere Stadt in ihren Grundfesten erschüttert. Am späten Abend, als der Christopher Street Day (CSD) am Brandenburger Tor friedlich ausklingen sollte, fuhr im südlichen Tiergarten ein weißer Kleinbus in eine Menschenmenge.
Eine Frau ist dabei gestorben, sie konnte trotz sofortiger Wiederbelebungsversuche nicht gerettet werden. Mindestens sechzehn weitere Menschen wurden verletzt, drei von ihnen sind lebensgefährlich verletzt. Die Polizei fahndet mit allen Kräften nach dem Fahrer. In der Nacht zu Sonntag konnte ein mutmaßlicher Tatverdächtiger identifiziert werden: Abdul B., ein 2005 geborener Mann, der der Polizei als Angehöriger des islamistischen Milieus bekannt ist und erst im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen wurde. Noch ist unklar, ob er selbst das Fahrzeug steuerte oder nur der Mieter war. Eine Wohnung in Tiergarten wurde durchsucht, jedoch ohne Festnahme.
Die letzten Stunden des CSD verwandelten sich von einem Fest in einen Ort des Schreckens. Der Abschluss der Kundgebung am Brandenburger Tor wurde abrupt abgebrochen. Über dem Tiergarten kreisten Polizeihubschrauber mit Suchscheinwerfern und Drohnen, während Einsatzkräfte die Toten und Verletzten versorgten. Ein großer Teil des Tiergartens wurde zum Tatort erklärt und bleibt auch am Sonntag weiträumig abgesperrt, damit Spuren bei Tageslicht gesichert werden können. Für viele Besucher war der Schock übermächtig. Sie suchten weinend nach Freunden und versuchten, aus dem Gebiet zu kommen, während die Sicherheitskräfte nach wie vor robust ausgestattet den Einsatz fortsetzten.
Die politischen Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten und sind von Entsetzen und Trauer geprägt. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sprach von einem „Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft“. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verurteilte die „abscheuliche Tat“ und sicherte die volle Unterstützung der Bundesregierung für die Aufklärung zu. Auch sein CDU-Spitzenkandidat für Berlin, Stefan Evers, ist auf dem Weg in die Stadt. „Es trifft unsere Stadt mitten ins Herz“, schrieb er. Alfonso Pantisano, der Queer-Beauftragte des Berliner Senats, zeigt sich erschüttert und betont, dass die queere Community gerade jetzt nicht eingeschüchtert werden dürfe. Es sei ein großer Trauertag.
- Über 250 Zufahrtschutzelemente waren rund um den Tiergarten verteilt.
- Bedeutende Sicherheitsmaßnahmen wurden ergriffen.
- Polizei und Feuerwehr erleben schwierige Bewährungsprobe.
- Ermittler prüfen eventuelle weitere Tatphasen.
- Zeugen berichteten von möglichen Stichverletzungen.
- Einheiten anderer Bundesländer sind im Einsatz.
Die unmittelbaren Folgen sind bereits spürbar: Der CSD hat alle für Sonntag geplanten Veranstaltungen, darunter einen „Breakfast Market“ in der Markthalle Neun in Kreuzberg und eine Aufräumaktion im Tiergarten, abgesagt. Die Stadt steht unter Schock. Das, was als buntes, selbstbewusstes Fest für gleiche Rechte und gegen Diskriminierung begann, endete mit einem Akt der Gewalt, der unsere gesamte Gesellschaft auf die Probe stellt. Das Tragische ist, dass die Liebe und Freude, die den Tag prägten, am Abend von Angst und Schmerz überschattet wurden.
Während die Ermittler am Sonntag im abgesperrten Tiergarten bei Tageslicht weiter nach Spuren suchen und die Fahndung nach den Beteiligten läuft, bleiben die Berlinerinnen und Berliner mit einer tiefen Betroffenheit zurück. Die Gedanken der Stadt sind bei der Familie der getöteten Frau, bei den Freunden der Verletzten und bei allen, die diese entsetzliche Tat miterleben mussten. Die Berliner Polizei bittet weiterhin um Zeugenhinweise. Die Freiheit, die hier gefeiert wurde, ist hart angegriffen worden. Nun wird sich zeigen, wie eine Stadt wie Berlin, die für ihre Weltoffenheit steht, mit dieser Herausforderung umgeht.
| Politiker | Reaktion |
|---|---|
| Kai Wegner (CDU) | „Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft“ |
| Friedrich Merz (CDU) | „abscheuliche Tat“ – volle Unterstützung der Bundesregierung |
| Stefan Evers (CDU) | „Es trifft unsere Stadt mitten ins Herz“ |
| Alfonso Pantisano | Erschüttert über die Tat – queere Community nicht einschüchtern lassen |