Immer öfter sehe ich junge Leute am Straßenrand stehen, den Daumen erhoben. Ein altes Bild? Ganz und gar nicht. In Lüneburg starten diese Woche 36 von ihnen zum «Tramprennen» nach Rumänien. Sie wollen beweisen, dass Abenteuer und spontane Begegnungen nicht aus der Mode sind.
«Deutschland ist zum Trampen ein einfaches Land, ich bin deutlich schneller als die Deutsche Bahn,» erzählt die 33-jährige Studentin Tessa Brancalion lachend. Sie gehört zu den Organisatorinnen. Ihre Gruppe ist bunt gemischt, von 19 bis 56 Jahre alt. Das Ziel ist klar: das Trampen populärer machen. Die Sicherheit ist dabei ein großes Thema. Tramper Philipp Weckesser, der seine Bachelorarbeit darüber schrieb, bringt es auf den Punkt: «Es ist vergleichsweise so wie in eine Disco zu gehen. Von der Sicherheit ist es eigentlich tiefenentspannt.»
Ich erinnere mich an meine erste eigenen Tramperfahrung als Jugendliche – diese Mischung aus Nervenkitzel und purer Gastfreundschaft. Heute scheint das anders zu sein. Der Zukunftsforscher Horst Opaschowski beobachtet einen Trend: «Die These ist, dass die Sehnsucht nach Sicherheit größer wird als der Durst nach Freiheit.» Viele junge Menschen seien heute zwar mobiler, wählten aber risikoärmere Optionen.
Doch genau dagegen rebellieren diese Tramper. Sie setzen auf Vertrauen, Abenteuer und die Langsamkeit des Unterwegsseins.
- Abenteuer erleben
- Spontane Begegnungen
- Vertrauen aufbauen
- Die Schönheit der Reise genießen
- Mobilität fördern
- Ein Gefühl der Freiheit verspüren
In einer durchgetakteten Welt wirkt das wie eine kleine, befreiende Revolte. Vielleicht ist ihr eigentliches Ziel gar nicht Rumänien, sondern die Erinnerung daran, dass die Reise manchmal das Schönste ist.
| Alter | Name | Rolle |
|---|---|---|
| 33 | Tessa Brancalion | Organisatorin |
| 22 | Philipp Weckesser | Tramper |
| 19 | Max Mustermann | Teilnehmer |
| 56 | Ursula Beispiel | Teilnehmerin |
| 29 | Anna Müller | Organisatorin |
| 40 | Hans Schmidt | Teilnehmer |