Die TV-Köchin Verena Leister kämpft mit den Tränen, als sie am Sonntagmorgen am Amselsee in der Sächsischen Schweiz steht. Rund um ihr Ausflugslokal „Imbiss am Amselsee“ sieht es aus wie auf einem Schlachtfeld. Wo normalerweise idyllische Natur und knapp 30 gemütliche Ruderboote zu sehen sind, türmen sich nun meterhohe Stapel von umgestürzten Bäumen, zersplitterten Ästen und entwurzelten Sträuchern. Der schwere Gewittersturm vom Freitagabend hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen, die das Geschäft der beliebten Köchin, bekannt aus Formaten wie „The Taste“ bei Sat.1, für dieses Jahr ausgelöscht hat.
„Das ist die Hölle“, bringt Leister ihre Gefühle auf den Punkt. Ihr erster Gedanke, als sie den Anruf über das Unwetter erhielt, sei die Sorge um Menschenleben gewesen. Tragischerweise wurde diese Sorge Realität: Ein 28-jähriger Mann kam in der Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna ums Leben, als ein Baum auf ihn stürzte. „Ein Menschenleben ist immer das Allerschlimmste“, sagt Leister mit ernster Stimme.
Die Köchin hatte mit ihrer Familie gerade zum ersten Mal seit neun Jahren einen Sommerurlaub angetreten, als die Nachricht aus der Heimat sie erreichte. „Wir waren in Kroatien. Und dann war für uns klar: Sachen packen und sofort nach Hause“, berichtet sie. Die Familie fuhr über Nacht zurück, um sich dem Ausmaß des Schadens zu stellen. Was sie vorfand, überstieg alle Befürchtungen.
„Der Imbiss ist komplett bedeckt mit den ganzen Bäumen“, schildert Leister die Situation. „Ein Riesenbaum ist von oben draufgekommen. Das Dach ist eingestürzt und undicht geworden. Von innen kam die Decke runter. Die Wände sind verzogen, und auch die Böden sind beschädigt.“ Eine genaue Schadenssumme kann sie noch nicht nennen, doch die Botschaft ist klar: „Der Betrieb wird dieses Jahr nicht mehr öffnen können.“
Die wirtschaftliche Dimension dieses Ausfalls ist erheblich. Die Sommermonate sind die Haupteinnahmezeit für ein solches Ausflugsziel im touristisch stark frequentierten Elbsandsteingebirge. Die Saison, die normalerweise bis in den späten Herbst hinein Gäste an den malerischen See lockt, ist für Leister und ihr Team beendet, bevor sie richtig begann. „Realistisch betrachtet, müssen wir wirklich viel tun und machen“, sagt sie mit der pragmatischen Haltung einer Unternehmerin, die bereits den Wiederaufbau im Blick hat. Die Hoffnung liegt auf dem nächsten Jahr.
Doch neben der nüchternen Betrachtung der Sachschäden schwingt bei Verena Leister auch tiefe Bestürzung über die Zerstörung der Natur mit. Der Amselsee liegt im Herzen des Nationalparks Sächsische Schweiz, einer einzigartigen Felslandschaft, die jährlich Millionen Besucher anzieht. Die kraftvolle Gewalt des Sturms hat diese Idylle an vielen Stellen zerfetzt. „Ich habe gestern Abend schon sehr viel geheult, weil man die Bilder natürlich gesehen hat und alles“, gesteht die Köchin. „Aber jetzt hier zu stehen und zu sehen, wie die schöne Natur in kürzester Zeit zerstört wurde – das ist schon echt schlimm.“
Ihre persönliche Tragödie steht stellvertretend für viele Gewerbetreibende und Anwohner in der Region, die mit den Folgen des Unwetters kämpfen. Forst- und Rettungskräfte sind seit Tagen im Dauereinsatz, um Straßen und Wege von den Baumleichen zu befreien, die Stromversorgung wiederherzustellen und die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Die Aufräumarbeiten werden noch Wochen, wenn nicht Monate in Anspruch nehmen.
Während Verena Leister nun die zermürbende Arbeit mit Versicherungen, Gutachtern und Handwerkern vor sich hat, bleibt die Zuversicht. Ihr Ziel ist es, den Imbiss am Amselsee so schnell wie möglich wieder zu einem Ort der Begegnung und Erholung zu machen. Die Solidarität in der Region ist groß, und viele Dresdner und regelmäßige Gäste haben bereits ihre Anteilnahme und Unterstützung signalisiert. In einer Zeit, in der ein Baumleben endete und eine Geschäftssaison zerbrach, zeigt sich auch der Zusammenhalt einer Gemeinschaft, die zusammensteht, um ihre „Perle der Sächsischen Schweiz“ wieder aufzubauen.
- Helles Gewittersturm am Freitagabend
- 28-jähriger Mann verstorben
- Schäden am Imbiss am Amselsee
- Wiederaufbau geplant für nächstes Jahr
- Notwendige Aufräumarbeiten
- Große Solidarität in der Region
| Schaden | Beschreibung |
|---|---|
| Dach | Eingestürzt und undicht |
| Wände | Verzogen |
| Böden | Beschädigt |
| Baumstämme | Meterhoch gestapelt |
| Öffnungszeiten | Vorübergehend geschlossen |
| Wiedereröffnung | Nächstes Jahr angestrebt |