Drei Abend für einen Star: The Weeknd taucht Frankfurt ein – und bringt ein bekanntes Verkehrsthema zurück
In der kommenden Woche steht Frankfurt ganz im Zeichen eines globalen Superstars: The Weeknd wird am 30. und 31. Juli sowie am 1. August drei Konzerte im Deutsche Bank Park geben. Während sich die Fans auf die Shows freuen, müssen sich Anwohner und Verkehrsteilnehmer auf eine Rückkehr des allzu vertrauten Großveranstaltungs-Staus einstellen. Besonders der Stadtteil Niederrad und die Zufahrtswege werden erneut im Ausnahmezustand sein.
Die Fakten liegen auf der Hand. Alle drei Abende wird das Stadion mit seinen über 50.000 Plätzen voll besetzt sein. Die Erfahrung der letzten Jahre bei vergleichbaren Events – sei es bei Fußballspielen oder Konzerten – zeigt ein klares Muster: Die rund 11.000 Parkplätze in direkter Stadionnähe, darunter die großen Flächen am Gleisdreieck und an der Isenburger Schneise, sind innerhalb kürzester Zeit komplett belegt. Wer dann noch mit dem Auto anreist, sucht notgedrungen in den Wohnstraßen Niederrads nach einer Lücke. Die Folge: Die Hauptverkehrsadern wie die Mörfelder Landstraße und die Niederradstraße stauen sich bis zum Stillstand, und auch in den Nebenstraßen schiebt sich der Verkehr nur noch im Schritttempo vorwärts. Die Stadtverwaltung rechnet mit bis zu 20.000 zusätzlichen Autos an jedem der Konzerttage.
Die Stadiontore öffnen sich bereits um 16:30 Uhr, der Einlass beginnt also lange vor dem Konzertstart um 18:30 Uhr. Wer dennoch mit dem Auto kommen möchte, muss vorsorgen: Das Parken auf den Stadionflächen ist nur mit einem vorab online gebuchten Parkticket möglich. Dieses muss separat erworben werden und ist nicht im Konzertticket enthalten. Die Kapazitäten sind jedoch begrenzt und erfahrungsgemäß schnell ausverkauft.
Eine Strecke, die zur Geduldsprobe wird: Der Weg zum Stadion
Ein besonders neuralgischer Punkt ist die knapp fünf Kilometer lange Strecke von der Anschlussstelle Frankfurt-Süd der Autobahn 3 bis zum Stadion. Unter normalen Umständen ist diese Distanz in wenigen Minuten zu schaffen. An Tagen mit Großevents wie diesen kann sich die Fahrtzeit jedoch auf eine Stunde oder mehr vervielfachen. Der Verkehr ballt sich auf der Mörfelder Landstraße, die als direkte Zubringerstraße dient, und bildet lange Rückstaus bis auf die Autobahn.
Die Verkehrssituation wird zudem durch ein weiteres Großereignis in der Innenstadt verschärft. Vom 31. Juli bis zum 3. August, also genau während der Konzerttage, findet auf dem Römerberg und am Mainkai das traditionelle Mainuferfest mit Fahrgeschäften, Buden und einem großen Feuerwerk statt. Dies zieht zusätzlich zehntausende Besucher in die Stadt und belastet das Straßennetz, besonders an den Abenden und am Wochenende. Die Kombination aus Stadion- und Innenstadtverkehr stellt die Frankfurter Verkehrsinfrastruktur vor eine besondere Herausforderung.
Die klügere Alternative: Öffentliche Verkehrsmittel nutzen
Angesichts dieser prognostizierten Verkehrslage raten Stadt, Verkehrsgesellschaft RMV und Stadionbetreiber unisono und nachdrücklich zur Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Dies ist nicht nur eine Empfehlung, sondern die mit Abstand stressfreiste Variante.
Das Konzertticket selbst fungiert als sogenanntes RMV-KombiTicket. Es berechtigt zur kostenlosen Hin- und Rückfahrt im gesamten RMV-Netz für die Anreise am Konzerttag. Dies ist ein entscheidender Vorteil und entlastet die Besucher von der Parkplatzsuche und den hohen Parkgebühren in der Umgebung.
Vom Hauptbahnhof Frankfurt aus fahren die S-Bahn-Linien S7, S8 und S9 im dichten Takt in nur wenigen Minuten direkt zur Haltestelle „Frankfurt Stadion“. Auch Regionalzüge halten dort. Vom Südbahnhof aus ist die Stadionhaltestelle mit der Straßenbahnlinie 20 und der Buslinie 61 schnell erreicht. Von der Haltestelle sind es dann noch etwa 10 bis 15 Minuten Fußweg zum Stadioneingang.
Selbstverständlich wird auch der ÖPNV an diesen Tagen stark ausgelastet sein. Nach Konzertende strömen alle Besucher gleichzeitig zu den Bahnsteigen und Haltestellen. Hier ist Geduld gefragt. Die RMV wird jedoch, wie bei jedem Großevent, mit verdichteten Fahrplantakten und zusätzlichen Verstärkerzügen und -bussen den Ansturm bewältigen. Die Wartezeit im Zug oder Bus ist in der Regel deutlich kürzer und vorhersehbarer als die Zeit, die man im stockenden Autoverkehr verbringen würde.
Wer aus weiter entfernten Stadtteilen oder dem Umland anreist, hat die Möglichkeit, sein Auto an einem Park-and-Ride-Parkplatz (P+R) am Stadtrand, beispielsweise an S-Bahn-Stationen, abzustellen und von dort aus bequem mit der Bahn weiterzufahren. Diese P+R-Plätze sind eine oft unterschätzte und sehr praktische Alternative.
Ein wiederkehrendes Problem mit Ansage
Die erwarteten Verkehrsprobleme sind kein Zufall, sondern ein strukturelles Thema für Frankfurt. Der Deutsche Bank Park liegt eingebettet in das dicht besiedelte Niederrad, umgeben von Bürogebieten und verkehrsreichen Durchgangsstraßen. Die Infrastruktur für den Individualverkehr stößt hier regelmäßig an ihre Grenzen. Jedes Großereignis führt den Engpass schonungslos vor Augen und belastet die Lebensqualität der Anwohner, die mit zugeparkten Straßen, Lärm und Abgasen konfrontiert sind.
Die Stadt Frankfurt arbeitet zwar kontinuierlich an Verbesserungen, etwa durch die Förderung des ÖPNV und die Einrichtung von Veranstaltungs-Verkehrsleitsystemen. Doch eine einfache Lösung für das Platzproblem gibt es nicht. Solange zehntausende Menschen gleichzeitig mit dem Auto anreisen wollen, wird die Situation in Niederrad angespannt bleiben. Die Konzerte von The Weeknd werfen daher nicht nur ein Spotlight auf die Bühne, sondern auch auf die dringende Notwendigkeit, nachhaltige Mobilitätskonzepte für Großveranstaltungen weiter zu forcieren.
Für alle Besucher gilt also: Planen Sie frühzeitig, checken Sie die RMV-Fahrpläne und entscheiden Sie sich für die entspannte Anreise mit Bahn und Bus. So startet der Konzertabend ohne Stau-Frust und endet mit den Klängen von „Blinding Lights“ – und nicht mit dem Geduldsfaden im Stau auf der Mörfelder Landstraße.
| Fakten | Details |
|---|---|
| Konzerte | 30. und 31. Juli; 1. August |
| Örtlichkeit | Deutsche Bank Park |
| Kapazität | 50.000 Plätze |
| Parkplätze | 11.000 in Stadionnähe |
| Zusätzliche Autos | Bis zu 20.000 pro Konzerttag |
| Öffnungszeiten | 16:30 Uhr |
Tipps für die Anreise
- Öffentliche Verkehrsmittel nutzen
- RMV-KombiTicket für kostenlose Fahrten
- Park-and-Ride-Parkplätze nutzen
- Frühzeitig anreisen
- Fahrpläne der RMV checken
- Geduld nach dem Konzert haben