Für die Leser von Nachrichten Lokal war der Dienstagvormittag mit einer bedrückenden Meldung gefüllt. Die Polizei Köln sucht mit einer öffentlichen Fahndung nach dem 13-jährigen Elias H. Das Schicksal des Jungen, der aus einer städtischen Einrichtung verschwunden ist, beschäftigt und bewegt die Stadtgemeinschaft. Die Sorge wächst mit jedem Tag, der vergeht.
Elias H. wird seit Sonntagabend, dem 5. Juli, vermisst. Nach Angaben der Kölner Polizei lebte er zuletzt in einer städtischen Kinder- und Jugendeinrichtung. Die Behörden gehen davon aus, dass sich der Junge möglicherweise in Köln selbst, in Hannover oder in der Gegend um Hameln aufhalten könnte. In diesen Regionen soll ein Teil seiner Familie leben. Die Polizei bittet daher auch überregional um besondere Aufmerksamkeit.
Der 13-jährige Elias ist etwa 1,63 Meter groß, von schlanker Statur und hat dunkelbraunes kurzes Haar. Bei seinem Verschwinden trug er laut Polizeiangaben vermutlich ein helles T-Shirt, Shorts und Sneaker. Ein Foto des Vermissten ist auf der Fahndungsseite der Polizei NRW veröffentlicht. Die Polizei Köln stellt klar, dass die Fahndung nach einem Jugendlichen aus Kindeswohlgründen immer eine besonders sensible Angelegenheit ist. Man veröffentliche nur so viele Details wie nötig, um die Suche effektiv zu unterstützen, und nur mit dem Einverständnis der zuständigen Jugendbehörden.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Name | Elias H. |
| Alter | 13 Jahre |
| Größe | 1,63 Meter |
| Statur | Schlank |
| Haare | Dunkelbraun, kurz |
| Kleidung | Helles T-Shirt, Shorts, Sneaker |
Die Vermisstenstelle der Polizei Köln ist die zentrale Anlaufstelle für alle Informationen. Unter der Rufnummer 0221 229-0 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de nimmt sie jeden Hinweis entgegen, der den Aufenthaltsort von Elias H. klären könnte. Die Polizei betont, dass auch scheinbar unbedeutende Beobachtungen wichtig sein können. „Jeder Hinweis ist wertvoll. Wenn jemand einen Jungen mit dieser Beschreibung gesehen hat, auch wenn es nur eine flüchtige Beobachtung war, sollte er sich unbedingt bei uns melden“, erklärt eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Köln.
Für die städtischen Jugendämter und die Mitarbeiter der Einrichtungen sind solche Fälle eine große Belastung. Ein Sprecher des Kölner Jugendamtes, der aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Details zum Einzelfall kommentieren darf, erklärt die generelle Vorgehensweise: „Im Falle einer Vermisstenmeldung aus einer Jugendhilfeeinrichtung arbeiten wir eng und vertrauensvoll mit der Polizei zusammen. Unsere ersten Schritte sind immer, alle uns bekannten Kontaktpersonen und Familienangehörigen zu informieren und zu befragen. Das Wohl des Kindes steht absolut im Vordergrund.“
- Gründe für das Weglaufen von Jugendlichen
- Überforderung
- Sehnsucht nach der Familie
- Konflikte mit Mitbewohnern
- Konflikte mit Betreuern
- Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung
Die Nachricht hat in der Kölner Stadtgesellschaft, besonders in den Kiezen mit vielen sozialen Einrichtungen, für Anteilnahme gesorgt. „Man macht sich einfach Sorgen“, sagt Martina Berger, die seit zwanzig Jahren ein Café in der Nähe mehrerer Jugendhilfeeinrichtungen betreibt. „Die Jugendlichen, die hier ein- und ausgehen, sind Teil unserer Nachbarschaft. Wenn einer von ihnen abgängig ist, geht uns das alle an. Wir achten jetzt besonders aufmerksam auf die Straße.“ Solche vermehrte Aufmerksamkeit in der Bevölkerung kann für die Fahndung entscheidend sein.
Experten für Jugendhilfe und Kinderschutz weisen darauf hin, dass es viele Gründe geben kann, warum ein Jugendlicher aus einer Einrichtung wegläuft. „Oft spielen Gefühle der Überforderung, Sehnsucht nach der Familie, Konflikte mit Mitbewohnern oder Betreuern oder einfach der Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung eine Rolle“, erklärt Prof. Dr. Anja Weber, Sozialwissenschaftlerin an der Technischen Hochschule Köln. „Wichtig ist, dass die Jugendlichen wissen, dass es Anlaufstellen und Hilfsangebote gibt, ohne dass sie gleich bestraft werden. Die Rückkehr muss ohne Vorwürfe möglich sein.“
Die Polizei Köln weist in diesem Zusammenhang auf die Initiative „Vermisst – aber nicht vergessen“ hin, eine Kooperation mit der Organisation „Missing Children Europe“. Über diese Wege können sich auch Jugendliche selbst melden, wenn sie in Schwierigkeiten stecken, aber Angst haben, direkt zur Polizei oder in ihre Einrichtung zurückzukehren. Es geht darum, Brücken zu bauen und sichere Wege für eine Rückkehr zu schaffen.
Für die Menschen in Köln bleibt die wichtigste Botschaft: Augen aufhalten. Die Beschreibung des Jungen sollte im Gedächtnis bleiben, besonders in den Stadtteilen Kalk, Mülheim und Ehrenfeld, wo zahlreiche Jugendhilfeeinrichtungen beheimatet sind, aber auch an großen Bahnhöfen wie dem Hauptbahnhof oder dem Bahnhof Deutz. Ein 13-jähriger Junge auf sich allein gestellt ist in einer Großstadt vielen Risiken ausgesetzt.
Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Köln steht für Rückfragen von Medienvertretern unter der Telefonnummer 0221/229 5555 oder per E-Mail an pressestelle.koeln@polizei.nrw.de zur Verfügung. Die Fahndungsmeldung wird über die offiziellen Kanäle der Polizei NRW sowie in den sozialen Medien geteilt, um eine möglichst große Reichweite zu erzielen.
Die Hoffnung der Beamten, der betreuenden Einrichtung und aller, die sich nun sorgen, ist, dass Elias H. wohlbehalten angetroffen wird. Bis dahin bleibt die Suche aktiv, und die Bitte an die Öffentlichkeit, wachsam zu sein, gilt uneingeschränkt. Jeder Tag, den ein Kind oder ein Jugendlicher vermisst wird, ist einer zu viel. Die Gemeinschaft zeigt in solchen Momenten oft ihr bestes Gesicht – durch Anteilnahme und gegenseitige Unterstützung bei der Suche.