Der VfB Stuttgart hat die Weichen für die Zukunft gestellt. Der Bundesliga-Dritte und kommende Champions-League-Teilnehmer verlängert den Vertrag von Sportvorstand Alexander Wohlgemuth vorzeitig um drei Jahre bis zum 30. Juni 2027. Diese Entscheidung, die der Aufsichtsrat am Dienstag einstimmig traf, ist mehr als nur eine Personalie. Sie ist ein starkes Signal für Kontinuität, Stabilität und den festen Willen, den eingeschlagenen erfolgreichen Weg gemeinsam weiterzugehen.
Seitdem Wohlgemuth Ende 2022 gemeinsam mit Geschäftsführer Claus Vogt die sportliche Leitung übernahm, hat sich der Verein vom Abstiegskandidaten zum überraschenden Titelanwärter und internationalen Teilnehmer gewandelt. Diese Entwicklung war kein Zufall, sondern das Ergebnis einer klar erkennbaren und stringent umgesetzten Strategie. Die vorzeitige Vertragsverlängerung honoriert nicht nur diese bisherige Arbeit, sondern soll auch den weiteren Aufbau auf diesem soliden Fundament garantieren.
Eine Erfolgsgeschichte mit klarem Konzept
Als Alexander Wohlgemuth, der zuvor erfolgreich beim 1. FC Nürnberg gearbeitet hatte, zum VfB kam, stand der Verein sportlich und wirtschaftlich unter Schock. Der knapp vermiedene Abstieg in der Relegation 2022 hatte tiefe Narben hinterlassen. Gemeinsam mit Vogt und Trainer Sebastian Hoeneß, der etwas später ins Boot kam, begann ein grundlegender Neuaufbau. Die Philosophie war von Anfang an klar: junge, hungrige und entwicklungsfähige Spieler verpflichten, eine mutige und offensive Spielkultur etablieren und die riesige Fanbasis mit packendem Fußball zurückgewinnen.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. In der abgelaufenen Saison erreichte der VfB den dritten Tabellenplatz – die beste Platzierung seit der Meisterschaft 2007. Mit 78 Treffern stellte die Mannschaft einen neuen Vereinsrekord für die meisten Tore in einer Bundesliga-Saison auf. Diese beeindruckende Bilanz ist das sichtbare Ergebnis der Transferarbeit von Wohlgemuth und seines Teams. Spieler wie Serhou Guirassy, den Stuttgarts Sportvorstand einst für Nürnberg geholt hatte, Chris Führich oder Angelo Stiller wurden zu tragenden Säulen und enormen Wertzuwächsen.
„Die Entwicklung, die der VfB in den vergangenen anderthalb Jahren genommen hat, ist außergewöhnlich. Alex Wohlgemuth hat daran einen ganz entscheidenden Anteil“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Dieter Schumacher. Dieser Satz unterstreicht die Wertschätzung im Verein. Es geht nicht nur um die spektakulären Transfers, sondern um die Konsistenz der Entscheidungen und die Schaffung eines funktionierenden gesamten sportlichen Ökosystems, das von der Nachwuchsarbeit bis zur ersten Mannschaft reicht.
Die Herausforderung heißt Kontinuität und Entwicklung
Die Vertragsverlängerung kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Der bevorstehende Verkauf von Torjäger Guirassy und die wahrscheinlichen Abgänge weiterer Leistungsträger wie Führich oder Hiroki Ito zeigen die Kehrseite der Erfolgsstrategie. Der VfB ist zu einem „Verkaufsverein“ geworden, der talentierte Spieler weiterentwickelt und mit Gewinn verkauft. Die eigentliche Meisterleistung besteht nun darin, diese Lücken nicht nur zu stopfen, sondern erneut Spieler zu finden, die den Schritt nach vorne mitgehen können und das ambitionierte sportliche Niveau halten.
Genau hier soll die langfristige Planungssicherheit durch Wohlgemuths Verbleib helfen. „Wir sind überzeugt, dass Alex Wohlgemuth auch in Zukunft der richtige Sportvorstand ist, um den VfB Stuttgart nachhaltig auf höchstem Niveau zu positionieren“, so Schumacher weiter. Es braucht eine stabile Führung, um in der turbulenten Sommer-Transferphase kluge und ruhige Entscheidungen zu treffen. Die Tatsache, dass auch Trainer Sebastian Hoeneß bis 2027 gebunden ist, schafft ein Dreigespann an der Spitze – Vogt, Wohlgemuth, Hoeneß – das den Kurs verlässlich steuern kann.
Für die Fans in der Mercedes-Benz Arena und im ganzen Land bedeutet diese Nachricht vor allem Beruhigung. In der Vergangenheit waren sportliche Erfolge beim VfB oft von personellen Brüchen gefolgt. Dieses Mal setzt der Verein auf das Gegenteil. Die Identifikationsfiguren der jüngsten Erfolgsära bleiben an Bord, um das Projekt fortzuführen. Das ist besonders wichtig angesichts der Rückkehr in die Königsklasse. Die Champions League stellt enorme Anforderungen an den Kader und die Organisation. Mit einer erfahrenen und bewährten sportlichen Leitung an der Spitze geht der VfB deutlich gestärkt in dieses Abenteuer.
Was bedeutet das für die Zukunft des VfB?
Die Verlängerung ist ein klares Bekenntnis zum „Stuttgarter Weg“. Dieser Weg basiert auf einer klugen Transferpolitik, die wirtschaftliche Vernunft mit sportlichem Ehrgeiz verbindet. Er basiert auf einer attraktiven Spielidee und der Förderung junger Talente. Alexander Wohlgemuth gilt als Architekt dieses Weges. Seine vorzeitige Bindung ist somit auch ein Schutz vor möglichen Abwerbeversuchen anderer Clubs, die den 47-Jährigen für seine Arbeit gerne hätten.
- Stärkung der sportlichen Leitung
- Vertragsverlängerungen für Schlüsselpersonen
- Talentförderung und -entwicklung
- Attraktive Spielweise etablieren
- Standortbestimmung als Verkäufer
- Erfolgreiche Transferpolitik umsetzen
Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, wie nachhaltig das Modell ist. Die Liste der möglichen Neuzugänge ist lang, die Erwartungen nach der herausragenden Saison sind hoch. Die Aufgabe für Wohlgemuth wird es sein, die Balance zu finden: einerseits die notwendige Qualität für die doppelte Belastung aus Bundesliga und Champions League zu holen, andererseits das bewährte Prinzip der Entwicklung und Wertsteigerung nicht aus den Augen zu verlieren. Der Verein hat ihm mit dieser Vertragsverlängerung das volle Vertrauen ausgesprochen, genau diese Gratwanderung zu meistern.
Letztlich ist diese Entscheidung auch ein Signal an die Spieler und an Trainer Hoeneß. Sie zeigt, dass der Verein nicht nur kurzfristig den Erfolg genießen, sondern langfristig eine ernstzunehmende Größe im deutschen Fußball bleiben will. Stabilität und Verlässlichkeit an der Spitze sind dafür die Grundvoraussetzung. Der VfB Stuttgart geht gestärkt aus einer fantastischen Saison in eine aufregende Zukunft. Und er geht sie mit den Menschen, die diesen Erfolg erst möglich gemacht haben. Das ist eine gute Nachricht für alle, denen der Verein am Neckar am Herzen liegt.
| Aspekte | Details |
|---|---|
| Vertrag | Verlängerung bis 30. Juni 2027 |
| Sportvorstand | Alexander Wohlgemuth |
| Sportliche Leiter | Claus Vogt |
| Trainer | Sebastian Hoeneß |
| Tabellenplatz | Dritter Platz in der letzten Saison |
| Tore | Neuer Vereinsrekord – 78 Tore |