Gestern sah ich auf der Baustelle gegenüber wieder viele fleißige Hände. Ohne sie würde hier wohl nichts fertig. Diese alltägliche Beobachtung deckt sich mit einer neuen Studie: Der Osten steht wirtschaftlich auf wackeligen Beinen, wenn die Zuwanderung stockt. Das Institut der deutschen Wirtschaft rechnet vor: Ohne ausländische Beschäftigte drohen massive Lücken.
„Substanzielle Lücken an den Arbeitsmärkten“ könnten entstehen, warnt das IW. Besorgniserregend ist die zunehmende Rückwanderung von EU-Bürgern, vor allem aus Polen. Rund 7.800 Beschäftigte aus diesen Ländern hat Ostdeutschland schon verloren. Die Gründe sind klar: In ihrer Heimat geht es wirtschaftlich oft bergauf. Gleichzeitig sinken die Zuzüge aus wichtigen Drittstaaten. Das hinterlässt Spuren.
Der Beitrag dieser Arbeitskräfte ist gewaltig. Allein 2025 erwirtschafteten sie über 68 Milliarden Euro Wertschöpfung. In Berlin liegt ihr Anteil sogar bei über zehn Prozent.
Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einer Krankenschwester aus Syrien vor einigen Monaten. Ihre Arbeit ist unersetzlich. Genau hier liegt das Problem, so die Experten: „Die Versorgung der Bevölkerung mit Waren und Dienstleistungen, etwa im pflegerischen Bereich, könnte sich verschlechtern.“ Das ist keine abstrakte Zahl, sondern betrifft unsere direkte Lebensqualität. Während deutschlandweit die Beschäftigung noch leicht stieg, schrumpfte sie im Osten.
Die Zahlen sind ein klarer Weckruf. Der demografische Wandel und der Fachkräftemangel sind im Osten besonders spürbar. Die Studie zeigt: Unser Wohlstand hängt an vielen Fäden, die von weit her kommen. Es geht nicht nur um Wirtschaftskraft, sondern um das Funktionieren unseres Alltags. Eine verstärkte Rückwanderung wäre ein herber Schlag. Die Zukunft im Osten braucht kluge Konzepte, nicht Abschottung. Sonst stehen wir bald wirklich vor leeren Baustellen – und nicht nur dort.
- Wirtschaftliche Stabilität
- Fachkräftemangel
- Demografischer Wandel
- Rückwanderung von EU-Bürgern
- Wertschöpfung ausländischer Beschäftigter
- Beitrag zum Alltag
| Problem | Folgen |
|---|---|
| Rückwanderung von EU-Bürgern | Substanzielle Lücken am Arbeitsmarkt |
| Sinkende Zuzüge aus Drittstaaten | Verschlechterung der Versorgung |
| Demografischer Wandel | Reduzierung des Wohlstands |