Wenn Sie in Frankfurt leben oder den Marathon nur als Zuschauer verfolgen, haben Sie sich vielleicht schon gefragt, was mit der Masse an Kleidung passiert, die an der Startlinie zurückbleibt. Ein Meer aus bunten Jacken und Pullis liegt dann auf den Wiesen oder hängt an den Absperrungen, nachdem fast zwanzigtausend Läufer ihre Muskeln warmgehalten haben und losgerannt sind.
Diese Tausenden Kleidungsstücke waren lange Zeit ein echtes Problem. Der Veranstalter, Motion Events, wollte zwar nachhaltiger werden, aber das Recycling dieser Alttextilien war schwierig. Man verzichtet bewusst auf Plastik-Wärmefolien und nutzt wiederverwendbare Starterbeutel. Doch für das Sortieren, Waschen und Lagern der gespendeten Kleidung fehlten einfach die Kapazitäten. Die Klamotten landeten daher früher in der Entsorgung.
Jetzt gibt es eine gute Lösung für den Marathon 2025. Die gemeinnützige Gesellschaft für Wiederverwendung und Recycling, kurz GWR, übernimmt die Aufgabe. Sie stellt regengeschützte Sammelbehälter am Start bereit. Dort können Läufer ihre nicht mehr benötigte Sportkleidung direkt spenden. Die GWR rechnet mit drei bis vier Tonnen Textilien. Sie sortiert alles, wäscht die gut erhaltenen Teile und bringt sie ins Secondhand-Warenhaus Neufundland in Frankfurt. Der Verkaufserlös hat einen sozialen Zweck. Er unterstützt die Ausbildung und Integration von Menschen in den Arbeitsmarkt. Textilien, die nicht mehr tragbar sind, werden fachgerecht recycelt.
Für lokale Sozialeinrichtungen ist diese direkte Verwertung durch die GWR sinnvoll. Marius Falkenhahn, Leiter der Caritas-Tagesaufenthalte, erklärt, dass seine Einrichtung zwar grundsätzlich an Kleiderspenden interessiert ist. Sportsachen werden zum Beispiel für wöchentliche Fußballangebote für wohnungslose Menschen gebraucht. Allerdings müssen alle Spenden gewaschen und in gutem Zustand sein. Die Marathon-Kleidung ist oft schweißnass und muss erst aufwendig gereinigt werden. Eine direkte Abgabe an Obdachlosenunterkünfte ist daher praktisch nicht möglich, da diese meist keine Waschmöglichkeiten haben.
Andere Einrichtungen in der Stadt bestätigen das. Die Bahnhofsmission etwa freut sich über Kleiderspenden, betont aber, dass diese frisch gewaschen und in handlichen Portionen abgegeben werden müssen. Das WESER5-Diakoniezentrum im Bahnhofsviertel nimmt gut erhaltene Herrenkleidung an. Die Streetwork-Station «Off Road Kids» benötigt vor allem robuste Sachen wie Rucksäcke, Pullover und Schlafsäcke für junge Menschen in Notlagen.
- Regengeschützte Sammelbehälter am Start
- Mindestens drei bis vier Tonnen Textilien
- Wäsche von gut erhaltenen Teilen
- Secondhand-Warenhaus Neufundland
- Unterstützung der Ausbildung und Integration
- Recycling von nicht tragbaren Textilien
Die neue Regelung beim Marathon ist also ein wichtiger Schritt. Sie schließt eine Lücke im Nachhaltigkeitskonzept des Events. Die Kleidung wird nicht mehr als Abfall behandelt, sondern bekommt eine zweite Chance. Gleichzeitig generiert der Verkauf wichtige Mittel für soziale Projekte direkt in unserer Stadt. Das ist ein praktisches Beispiel dafür, wie Großveranstaltungen Verantwortung übernehmen und Kreisläufe schließen können. Sie als Anwohner sehen nach dem Rennen vielleicht weniger Müll in den Grünanlagen. Und Sie wissen, dass die übriggebliebenen Pullis einem guten Zweck in Frankfurt dienen.
| Einrichtung | Bedarf |
|---|---|
| Caritas-Tagesaufenthalte | Sportsachen für Fußballangebote |
| Bahnhofsmission | Frisch gewaschene Kleiderspenden |
| WESER5-Diakoniezentrum | Gut erhaltene Herrenkleidung |
| Off Road Kids | Robuste Sachen wie Rucksäcke und Schlafsäcke |