Wenn Sie in den letzten Wochen durch München spazieren sind, haben Sie vielleicht die kleinen orangen Kisten am Straßenrand bemerkt. Sie sehen aus wie weggeworfene technische Geräte, aber ein genauerer Blick auf das beiliegende Schild löst das Rätsel. Psst! Ich bin ein Geophon, steht darauf. Diese Geräte messen Bodenbewegungen für ein großes Forschungsprojekt namens GIGA-M.
Das Projekt ist ein gemeinsamer Kraftakt der Stadtwerke München, der Landeshauptstadt, des Landkreises München und der Technischen Universität. Ihr Ziel ist es, die Zukunft der Wärmeversorgung in der Region zu kartieren. Unter unseren Füßen, tief im Untergrund Münchens, fließt heißes Thermalwasser. Diese Erdwärme könnte eines Tages Tausende von Haushalten klimafreundlich mit Heizung und Warmwasser versorgen. Doch bevor man dort bohrt, muss man genau wissen, was sich unter der Erde befindet.
Genau dafür sind die Geophone da. Sie funktionieren wie hochsensible Mikrofone für den Boden. Spezielle Fahrzeuge, sogenannte Vibro-Trucks, fahren durch die Stadt und erzeugen leichte Vibrationen. Diese Schallwellen wandern durch den Boden und werden von verschiedenen Gesteinsschichten reflektiert. Die Geophone zeichnen diese Echos auf. Aus den gesammelten Daten erstellen Wissenschaftler später ein detailliertes, dreidimensionales Bild des Untergrunds. Sie wollen verstehen, wo die vielversprechendsten Zonen für die Erdwärme liegen.
- Gemeinsamer Kraftakt der Stadtwerke München
- Zukunft der Wärmeversorgung kartieren
- Heißes Thermalwasser im Untergrund
- Erneuerbare Energiequellen nutzen
- Geophone als hochsensible Mikrofone
- Detailliertes dreidimensionales Bild des Untergrunds
Das Untersuchungsgebiet ist riesig. Es erstreckt sich über 1100 Quadratkilometer rund um München. Die kleinen Boxen sind also überall in der Stadt und im Landkreis zu finden – auf Grünstreifen, an Wegen und auf öffentlichen Flächen. Jedes Gerät ist mit einem GPS-Sender ausgestattet und wird nach Abschluss der Messungen wieder eingesammelt. Für Spaziergänger sind sie harmlos. Sie sollten die Geräte einfach in Ruhe lassen, damit die Messungen nicht gestört werden.
Das Projekt GIGA-M ist kein kurzfristiges Vorhaben. Es läuft bis ins Jahr 2028. Die gewonnenen Daten sollen die wissenschaftliche Grundlage für künftige Entscheidungen bilden. Wenn die Stadtwerke München ihr Ziel erreichen wollen, die Fernwärme bis spätestens 2040 fast vollständig aus erneuerbaren Quellen zu speisen, dann ist die Tiefengeothermie ein entscheidender Puzzlestein. Der Weg dorthin beginnt mit diesen unscheinbaren orangen Kisten am Straßenrand. Sie sind der erste, leise Schritt in eine Zukunft, in der die Wärme für Münchens Wohnungen aus der Tiefe der eigenen Region kommt.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Projektname | GIGA-M |
| Untersuchungsgebiet | 1100 Quadratkilometer |
| Projektlaufzeit | Bis 2028 |
| Zieljahr für erneuerbare Fernwärme | Bis 2040 |
| Technologie | Geophone |
| Erwärmungsquelle | Tiefengeothermie |