Der sonst so lebendige Sonntag in der Hauptstadt begann mit einer bedrückenden Stille. Während die Morgensonne auf das Brandenburger Tor fiel, wo Hunderte mit Blumen und Kerzen der Opfer des schrecklichen Anschlags gedachten, erreichten auch aus den Büros und Social-Media-Kanälen der Berliner Sportvereine erste Reaktionen. Die Botschaften, die am Samstagabend kurz nach der Tat und am Sonntagvormittag veröffentlicht wurden, waren geprägt von Entsetzen, Anteilnahme und einer entschlossenen Solidarität mit der queeren Community. Der Angriff am Rande des Christopher Street Days im Tiergarten, bei dem eine Person starb und 29 verletzt wurden, hat nicht nur die Feiernden auf der Straße, sondern die gesamte Stadtgesellschaft erschüttert – und die Sportwelt reagiert mit einer klaren, einheitlichen Stimme.
Die Berliner Klubs Union, Hertha BSC und die Füchse Berlin gehörten zu den ersten, die ihre Betroffenheit öffentlich machten. „Unser Mitgefühl gilt der Familie der verstorbenen Person und allen Verletzten“, schrieb der Zweitligist Hertha BSC bei Instagram. Der Handball-Bundesligist Füchse Berlin äußerte sich bei X ähnlich: „Unsere Gedanken sind bei den Opfern, Angehörigen, Verletzten und denjenigen, die diese schreckliche Tat mitansehen mussten“. Besonders bewegend waren die Worte des 1. FC Union Berlin aus Köpenick, der den tragischen Kontrast des Tages betonte: „Was als friedliches Fest für Vielfalt, Toleranz und ein respektvolles Miteinander mit Hunderttausenden feiernden Menschen auf den Straßen unserer Stadt begann, endete in einer schrecklichen Tragödie, die uns zutiefst traurig macht“. Der Verein beendete seine Mitteilung mit einem kraftvollen Versprechen, das in den sozialen Medien vielfach geteilt wurde: „Wir bleiben bunt. Wir bleiben wild. Wir bleiben laut“.
Dass diese Solidarität kein bloßes Lippenbekenntnis ist, zeigt ein konkretes Angebot von Hertha BSC. Der Club verwies auf sein etabliertes Schutzkonzept „Wo ist Lotte?“, eine Hilfs- und Beratungsstelle, die auch nach diesem Vorfall für Menschen da sein will. Diese Initiative zeigt, wie Vereine ihre gesellschaftliche Verantwortung und Infrastruktur in schweren Zeiten aktiv einbringen können. Für Hertha hatte der CSD eine besondere Bedeutung, da der Verein in diesem Jahr erstmals mit einer offiziellen Fußgruppe am Demonstrationszug teilgenommen hatte. „Es macht uns tief betroffen, dass ein Tag, der für Vielfalt, Liebe und Gemeinschaft steht, so endete“, hieß es in der Erklärung.
Die Betroffenheit reicht weit über die Vereinsgrenzen Berlins hinaus. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zeigte sich „fassungslos angesichts des feigen Anschlags“ und erinnerte an den friedlichen CSD in Frankfurt nur eine Woche zuvor, an dem der Verband selbst teilgenommen hatte. Aus dem Profifußball meldeten sich auch ehemalige und aktive Nationalspielerinnen zu Wort. Die Wolfsburgerin Svenja Huth zeigte sich erschüttert, und die ehemalige Torhüterin Nadine Angerer nannte die Tat in ihrer Instagram-Story „abscheulich“ und „absolut niederschmetternd“. Sie fügte einen hoffnungsvollen Satz hinzu, der zum Motto vieler Reaktionen wurde: „Liebe ist und wird immer stärker als Hass sein!“
Die Füchse Berlin brachten es auf den Punkt, als sie schrieben: „Trotz Anfeindungen stehen wir zusammen, die Füchse leben eine Welt voller Toleranz und Vielfalt vor und werden damit nie aufhören!“ Diese Haltung ist eine direkte Antwort auf die Botschaft der Gewalt. Während die Polizei weiter nach dem Tatverdächtigen sucht, formiert sich in der Stadt und insbesondere in ihrer sportlichen Gemeinschaft ein klares Gegenbild: eines des Zusammenhalts und des Schutzes.
Die Reaktionen der Sportwelt sind in dieser Situation mehr als nur Kondolenzbekundungen. Sie sind ein wichtiges Signal an die queeren Fans, Mitglieder und Mitarbeiter in den Vereinen, dass sie gesehen und unterstützt werden. Sie sind aber auch eine Botschaft an die gesamte Gesellschaft: Der Sport, der oft als Spiegel gesellschaftlicher Strömungen gilt, stellt sich hier eindeutig gegen Hass und Gewalt und für die Werte, die auch der CSD verkörpert – Vielfalt, Respekt und Selbstbestimmung. In einer Zeit der Trauer und der Fassungslosigkeit geben die klaren Worte aus den Sportvereinen und von den Sportlerinnen und Sportlern eine Richtung vor: Die Antwort auf diesen Angriff darf nicht Angst sein, sondern muss entschlossenes Zusammenstehen und die weitere, lautstarke Verteidigung einer offenen Gesellschaft sein. Die Kerzen am Brandenburger Tor und die Posts der Vereine senden dieselbe Botschaft: Berlin lässt sich nicht unterkriegen.
- Einheitliche Stimme der Sportwelt
- Solidarität mit der queeren Community
- Klarer Stand gegen Hass und Gewalt
- Individuelle Vereinsreaktionen
- Schutzkonzept „Wo ist Lotte?“
- Wichtige Botschaft für die gesamte Gesellschaft
| Verein | Reaktion |
|---|---|
| Hertha BSC | Mitgefühl für die Opfer und Verletzten |
| Füchse Berlin | Gemeinschaft in Toleranz |
| 1. FC Union Berlin | Betonung des friedlichen Festes |
| DFB | Fassungslosigkeit über den Anschlag |
| Svenja Huth | Erstarrt und betroffen |
| Nadine Angerer | Hoffnung auf Liebe über Hass |